Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
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wo ich Zenobia mit ihrem Manne fand, welche in den Ueberbleibſeln unſers Abendeſſens ſchwelgten. Er ſagte zu mir, ich habe ſein Glück begründet, denn der Marquis habe ſeiner Frau vierundzwanzig Zechinen ſo wie ſeinen ganzen Frauenanzug geſchenkt. Ich ſchenkte ihr auch den meinigen. Ich ſagte nun meiner Gevatterin, ſie möge mir ein Mittags⸗ eſſen kommen laſſen und der Schneider ging weg, nachdem er mich mit Dankſagungen überſchuͤttet.

Als ich mit der ſchönen Zenobia allein war, bat ich ſte, mir zu ſagen, ob ſie mit dem Marquis zufrieden ge⸗ weſen. Er hat mich gut belohnt, ſagte ſie mit leiſem Er⸗ röthen. Mehr will ich nicht wiſſen, meine theure Zenobia; ſagte ich, denn man kann Dich nicht ſehn, ohne Dich zu lieben und wenn man Dich liebt, wuünſcht man Dich auch zu beſitzen.

Der Marquis hat mir das nicht bewieſen.

Das iſt möglich, aber höchſt wunderbar.

Als ich zu Mittag gegeſſen, eilte ich zu meiner ſchö⸗ nen Marquiſe, welche ich jetzt weit mehr liebte als vor der köſtlichen Nacht, die ich mit ihr verlebt. Ich ſehnte mich ſte zu ſehen, um zu erfahren, welchen Eindruck ſie auf mich machen würde, nachdem ſie mich beglückt. Ich fand ſie noch ſchöner. Sie empfing mich mit dem Tone und dem Benehmen einer Geliebten, welche ſich freut, Anrechte an das Gerz ihres Geliebten erlangt zu haben. Ich war ſicher, ſagte die Schöne, daß Sie mich beſuchen würden, und obwohl ihre Couſtne zugegen war, gab und empfing ſte tauſend flammende Küſſe, welche keinen Zweifel darüber ließen, wie wir uns unter vier Augen beſchäftigt. Ich blieb fünf Stunden bei ihnen, welche mir ſehr kurz vorkamen, ſo ſehr verkürzt das Vergnügen die Zeit. Wenn man von Liebe ſpricht und man ſelbſt Gegenſtand des Geſprächs iſt, ſo machen Eigenliebe und Gefühl den Gegenſtand zu einem unerſchöpflichen. Dieſer fünfſtündige Beſuch am Tage nach der Vermählung bewies mir, daß ich in meine neue Er⸗ oberung ſterblich verliebt ſei, wie er andrerſeits die ſchöne Marquiſe überzeugen mußte, daß ich ihrer Zaͤrtlichkeit werth ſei.

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