Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
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Es wurde mir nicht ſchwer zu errathen, daß der Mar⸗ quis Appetit auf Zenobia hatte; aber ich fand die Sache ſo natürlich, daß ich, weit entfernt, mich darüber zu är⸗ gern, vielmehr ſeine Neigung zu begünſtigen beſchloß. Ge⸗ nießen und genießen laſſen, war immer meine Deviſe und wird es bis zum Tode ſein, obwohl auf dem Punkte, wo ich jetzt ſtehe, der Genuß für mich leider nur noch in meinen Erinnerungen beſteht.

Ich ging aus, als ich angezogen war, und ſobald ich den Paſtetenbäcker von der Sache in Kenntniß geſetzt, ging ich zum Schneider, der über die Beſchäftigung, welche ich ſeiner Frau verſchaffte, ſehr erfreut war. Er wußte aus Erfahrung, daß ſeine Kaſſe bei ihrer Abweſenheit nicht Schaden litt. Ich bedarf Ihrer nicht, ſagte ich zu ihm, weil es ſich nur um Frauenanzüge handelt, ich bedarf nur meiner Gevatterin.

Punkt drei Uhr werde ich ihr für drei Tage Urlaub geben.

Nachdem ich zu Mittag geſpeiſt, machte ich meinen gewöhnlichen Gang und fand meine liebenswürdige O. freudetrunken. Ihre Ambe hatte ihr fünfhundert Zechinen eingebracht.

Das macht Sie glücklich? ſagte ich.

Es iſt mir angenehm; aber obwohl ich nicht reich bin, iſt doch nicht der Gewinn der Grund meiner Freude, ſon⸗ dern die ſchöne Idee, welche ich gehabt; ich freue mich, wenn ich daran denke, daß dieſes Glück mir von Ihnen kommt; es iſt eine Kombination, die im höchſten Grade zu Ihren Gunſten ſpricht.

Was ſagt ſie Ihnen?

Daß Sie verdienen, von mir geliebt zu werden.

Sagt ſie Ihnen auch, daß Sie mich lieben?

Nein, das ſagt mir mein Herz.

Sie erfüllen mich mit Freude; ſagt Ihnen aber auch Ihr Herz, daß Sie es mir beweiſen müſſen?

Theurer Freund, können Sie daran zweifeln? Bei dieſen Worten reichte ſie mir die Hand. Es war das erſtemal; ich preßte meine Lippen darauf. Mein erſter