Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
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und gewann alles Geld wieder, welches ſie verloren hatte. Da ihr eine zweite Taille ebenfalls günſtig war, ſo ſcharrte ſie das Geld zuſammen und ging ab.

Ich nahm ihren Stuhl, der frei blieb, in Beſitz. Nun ſagte eine Dame: Ich wette, daß jener Herr der Chevalier von Seingalt iſt. Nein, ſagte ein andrer, denn ich habe ihn ſo eben als Bettler maskirt mit einer andern Maske, welche Niemand kennt, im Saale geſehn.

Wie? Als Bettler? fragte Canano.

Als Bettler und in Lumpen wie die vier andern; aber dennoch prachtvolle und ſehr komiſche Masken. Sie bitten um Almoſen.

Man ſollte ſie hinausbringen, ſagte ein Anderer.

Ich freute mich, daß ich meinen Zweck erreicht, da man mich nicht erkannt hatte. Ich begann, ohne zu zählen, Zechinen auf eine Karte zu ſetzen, und ich verlor fünf oder ſechsmal hinter einander. Canano ſtudirte mich, aber ſein Geſicht trug den Ausdruck der Ungewißheit. Von allen Seiten hörte ich die leiſe Aeußerung: Er iſt es nicht; er ſpielt nicht ſo, und er iſt ja auch nicht auf dem Balle.

Das Glück wendete ſich: in drei glücklichen Taillen ge⸗ wann ich meinen Verluſt wieder, und ich ſpielte mit einem Haufen Gold vor mir weiter. Ich ſetze eine ordentliche Handvoll Zechinen auf eine Karte, ſie kömmt heraus, ich biege Paroli und Pair de Paroli. Ich gewinne und halte ein, als ich die Bank in den letzten Zügen ſehe. Canano zahlt mir aus, und läßt von ſeinem Kaſſirer tauſend Zechinen kommen; während er die Karten miſcht, höre ich ſagen: Da ſind die Bettler, da ſind die Bettler.

Die Bettler hatten ſich vor dem Tiſche hingeſetzt und Canano betrachtete aufmerkſam den Marquis, und bat ihn um eine Priſe. Man denke ſich meine Freude, als der Marquis beſcheiden eine Düte aus der Taſche zog, und ſie Canano reichte! Ich hatte dieſen ſchönen Zug, der allgemei⸗ nes Lachen erregte, nicht vorhergeſehn. Als Fräulein Q. dem Bankier ihren Teller hinreichte, ſagte dieſer zu ihr: Mit ſo ſchönen Haaren flößen Sie mir nicht Mitleid ein,