Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
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griffen den Reichth ſagen: Wie ſchade!

Nun kömmt die Reihe an Sie, meine Herren; hier ſind Ihre Bettleranzüge. Ich habe vergeſſen, dieſe beiden Kaſtorhüte zu durchlöchern, aber das wird bald gemacht ſein. Wie finden Sie das Alles? Jetzt, meine Damen, wollen wir Sie allein laſſen, denn Sie müſſen Ihre Hemden wechſeln; kommen Sie alſo, meine Herren.

Der Marquis war enthuſiasmirt. Welche Figur wer⸗ den wir ſpielen! rief er aus, denn etwas Prächtigeres läßt ſich nicht erſinnen. Man ſah abſichtlich zerriſſene Kleider, deren Löcher mit dem größten Geſchmacke ausgebeſſert waren; die burleskeſte Komik war mit dem größten Reichthum ver⸗ bunden.

In einer halben Stunde waren wir bereit. Abſichtlich durchlöcherte Strümpfe, ausdrücklich heruntergetretene Schuhe, Manſchetten von feinen Spitzen, welche muthwillig eingeriſſen waren, herunterhängende Haare, Masken, in denen ſich Ver⸗ zweiflung ausſprach, abſichtlich zerbrochene Teller von Por⸗ zellan bildeten ein Ganzes, von deſſen reichem Elende man keine Idee hat.

Die Damen brauchten ihrer Haare wegen lange Zeit zum Ankleiden. Ihre Haare waren in der ſchönſten Unord⸗ nung und wallten der ganzen Länge nach auf die Schultern hernieder. Fräulein Q. glänzte in dieſer Beziehung vor den andern, denn ſie reichten ihr bis an die Knie.

Als ſie fertig waren, öffneten ſie die Thür, und wir ſahen Alles, was die drei reizenden jungen Mädchen ſehn laſſen wollten, um Begierden zu erregen, ohne den Anſtand zu verletzen. Ich bewunderte Zenobia's Geſchicklichkeit. Die zerriſſenen Kleider ließen einige Theile ihrer Schultern, ihres Buſens und ihre Arme ſehen; während die Löcher in den Strümpfen die Weiße ihrer Beine zu bewundern geſtatteten.

Ich zeigte ihnen, wie ſie zu gehn und wie ſie den Kopf zu halten hätten, um Mitleid zu erregen, ohne gegen die Anmuth zu verſtoßen, und wie ſie ihre Taſchentücher zu ge⸗ brauchen hätten, damit man die Löcher und die Feinheit des Battiſtes bemerke. Sie waren entzückt und ungeduldig

um ihrer Koſtüme und wagten nicht zu