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ich ſah, welche jammervolle Miene der Schneider machte, indem er mich ſo ſchöne Sachen zerfetzen ſah. Er hielt mich für toll.
Nach dieſer Operation, deren Erinnerung mich noch zum Lachen bringt, nahm ich alle ſeidnen und Sammtreſte, die ich gekauft und ſagte zum Schneider: Hier, Gevatter, habe ich Ihnen Arbeit zugeſchnitten; Sie müſſen die Sachen ausbeſſern und ſich bemühen, durch den Gegenſatz der ver⸗ ſchiednen Stücke eine ſchöne Wirkung hervorzubringen. Sie ſehen, daß Sie Arbeit genug haben und keinen Augenblick verlieren dürfen. Ich werde den Auftrag geben, daß Ihnen im andern Zimmer das Eſſen aufgetragen wird; aber Sie dürfen das Haus nicht eher verlaſſen, als bis Alles zu Ende iſt. Ich werde Ihre Frau holen, um mit Ihnen zu arbei⸗ ten, und Sie werden zuſammen ſchlafen.
Aber im Namen Gottes, wollen Sie die Kleider wie die Röcke behandeln?
Ganz ebenſo.
Wie ſchade! Meine Frau wird weinen.
Ich werde ſie tröſten.
Auf dem Wege zu Zenobia kaufte ich fünf Paar Strümpfe von geſprenkelter Seide, Männer⸗ und Frauenhandſchuhe, zwei feine Biberhüte, zwei karikirte Männermasken, und zwei natürliche, aber ernſte Frauenmasken. Ich kaufte auch drei ſchöne Porzellanteller und ließ Alles in einer Tragchaiſe zu Zenobia bringen.
Ich fand das reizende Weib mit ſeiner Toilette beſchäf⸗ tigt. Ihre ſchönen Haare hingen auf ihren Alabaſterhals hernieder, und ihr, durch ein kleines Schnürleib eingepreß⸗ ter Buſen zeigte ſich meinen Blicken ohne die Hülle eines läſtigen Tuches. So viele Reize verdienten meine Huldigung, und ich begann ſogleich, ſie mit glühenden Küſſen zu be⸗ decken. Ich blieb eine halbe Stunde bei ihr, und meine Leſer werden ſich wohl denken, daß ſie von beiden Seiten ſehr gut angewendet wurde. Nachdem ich ſodann der Schönen bei ihrer Toilette behülflich geweſen, ließ ich ſie in die Tragchaiſe ſteigen und befahl den Trägern, mir auf dem Fuße zu folgen.


