oiel gelitten, meine Opfergaben von Neuem darzubringen.
Augsburg; aber ſie wagte nicht, zu mir zu kommen, weil ſie fürchtete, daß ich meine Sachen von ihr fordern würde, in deren Beſitz ſie ſich geſetzt, ohne mir etwas davon zu ſagen, und ſie ſetzte wahrſcheinlich voraus, daß ich davon unterrichtet ſei. Vier oder fünf Jahre ſpäter heirathete ſie in Paris einen gewiſſen Böhmer, denſelben, der dem Kar⸗ dinal Rohan das berühmte Halsband gab, was dieſer für Marie Antoinette, Königin von Frankreich, beſtimmt glaubte Sie war in Paris, als ich dorthin zurückkam, aber ich that keinen Schritt, um ſie zu ſehen, da ich wo möglich Alles vergeſſen wollte. Ich mußte es, denn nichts ſchien mir während dieſes traurigen Jahres ſo verächtlich, als mein elendes Benehmen oder vielmehr meine Perſon. Indeß würde ich doch den ſchändlichen Désarmoiſes nicht ſo ſehr ver⸗ achtet haben, um mir das Vergnügen verſagen, ihm die Ohren abzuſchneiden, wenn er mir Zeit dazu gelaſſen hätte; aber der alte Schuft, welcher wohl wußte, was er von mir zu erwarten hatte, machte ſich aus dem Staube. Er ſtarb bald darauf arm und an der Schwindſucht in der Nor⸗ mandie.
Kaum war ich wieder geſund, als ich alles frühere Unglück vergaß und wieder anfing, mir Vergnügungen zu machen. Anna Midel, meine vortreffliche Köchin, welche ſo lange müßig geweſen war, mußte ſich an die Arbeit machen, um meinen gierigen Appetit zu befriedigen, denn drei Wochen lang hatte ich einen wahren Heißhunger, der indeß für mein Temperament nöthig war, um meinem In⸗ dividuum ſeine frühere Form wiederzugeben. Mein Wirth, der Kupferſtecher, und ſeine hübſche Tochter Gertrud, ſahen mir mit Staunen zu und fürchteten traurige Folgen von meiner Unmäßigkeit. Mein lieber Doktor Algardi, der mir das Leben gerettet, ſagte mir eine Unverdaulichkeit voraus, die mich ins Grab bringen müſſe; aber das Bedürfniß zu eſſen war ſtärker, als alle Gründe; ich hörte auf nichts und that wohl daran; denn durch das viele Eſſen kam ich wieder in meinen frühern Zuſtand und ich fühlte mich bald wieder kräftig genug, um dem Gotte, für welchen ich ſo


