meine gute Urfé geſtorben oder vernünftig geworden ſei, was für mich daſſelbe Reſultat gehabt haben würde; der Zuſtand, in dem ich mich befand, machte es mir übrigens unmöglich, nach Paris zurückzukehren und mich hier nach der Sache zu erkundigen, die für mich zu erfahren ſo wün⸗ ſchenswerth war, ſowohl füͤr die Ruhe meiner Seele wie für die Wiederfüllung meiner Börſe.
war es mir, daß ich mir eingeſtehen mußte, einen Anfang von Abnahme zu fuͤhlen, die gewöhnliche Folge des Alters; ich hatte nicht mehr das ſorgloſe Vertrauen, welches Jugend und das Gefühl der Kraft verleihen, und dennoch war ich nicht hinlänglich durch die Erfahrung gereift worden, um mich zu beſſern. Nichtsdeſtoweniger nahm ich vermöge eines Reſtes der Gewohnheit, welche ein entſchloſſener Cha⸗ rakter verleiht, von der Renaud Abſchied mit dem Bemerken, daß ich ſte in Augsburg erwarten werde. Sie gab ſich keine Mühe mich zurückzuhalten und verſprach mir, bald mög⸗ lichſt zu mir zu kommen, da ſie auf dem Punkte ſtehe, ihre Edelſteine vortheilhaft zu verkaufen. Ich reiſte mit Le Duc ab, ſehr froh, daß Désarmoiſes es für angemeſſen fand, bei dem unwürdigen Geſchöpfe zu bleiben, deſſen unſelige Be⸗ kanntſchaft ich ihm verdankte. Als ich in meinem niedlichen Hauſe in Augsburg angekommen war, legte ich mich ins Bett, entſchloſſen, daſſelbe nur todt oder befreit von dem mich verzehrenden Gifte zu verlaſſen. Mein Bankier Carli, den ich zu mir kommen ließ, empfahl mich an einen ge⸗ wiſſen Kefalides, einen Schüler des berühmten Fayet, der mich vor mehreren Jahren in Paris von einem ähnlichen Uebel befreit hatte. Nachdem er mich unterſucht, ver⸗ ſicherte er mir, daß er mich durch ſchweißtreibende Mittel heilen würde, ohne zu dem fürchterlichen Meſſer ſeine Zu⸗ flucht zu nehmen. Demgemüß ſetzte er mich auf die ſtrengſte Diät, verordnete mir Bäder und unterwarf mich Einrei⸗ bungen mit Merkur. Dieſe Behandlung hielt ich ſechs Wochen aus und weit entfernt, geheilt zu ſein, fühlte ich mich ſchlechter als im Anfange. Ich war von ſchrecklicher Magerkeit und hatte zwei Leiſtenanſchwellungen von unge⸗
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Ich war in der größten Noth, und am empfindlichſten⸗
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