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auf ihren Muth noch auf ihren Ehrgeiz gerechnet habe.
Ich habe mein Glück aus den Augen geſetzt, um nur an das ihrige zu denken. Aber es iſt nun einmal geſchehn. Ich würde mich indeß tröſten, wenn ich ſie ganz glücklich ſähe. Ich hoffe, daß ſie es werden wird, beſonders wenn ſie mit einem Sohne niederkommt.
Nachdem ich bei Frau von Urfé zu Mittag geſpeiſt, beſchloſſen wir, Aranda wieder in ſeine Penſion zu ſchicken, um bei unſern kabbaliſtiſchen Arbeiten ungeſtörter zu ſein; ſodann ging ich in die Oper, wo mein Bruder mir ein Stelldichein gegeben, um mich bei Madame Vanloo zum Abendeſſen zu führen, welche mich ſehr freundſchaftlich em⸗ pfing. Sie werden, ſagte ſie, das Vergnügen haben, mit Madame Blondel und ihrem Manne zu ſpeiſen. Der Leſer wird ſich erinnern, daß dieß Marie Baletti war, welche ich hatte heirathen ſollen.
Weiß ſie, daß ich hier bin? fragte ich.
Nein, ich habe mir das Vergnügen, ſie zu überraſchen, vorbehalten.
Ich danke Ihnen, daß Sie ſich nicht auch an der mei⸗ nigen haben weiden wollen. Wir werden uns wiederſehn, Madame, aber für heute ſage ich Ihnen Lebewohl, denn als Ehrenmann glaube ich nicht aus freiem Antriebe an einen Ort, wo Madame Blondel ſein wird, kommen zu dürfen.
Ich ging weg zur großen Verwunderung aller Anwe⸗ ſenden. Da ich nicht wußte wohin, nahm ich einen Fia⸗ ker, und ſpeiſte zu Abend bei meiner Schwägerin, die mir großen Dank dafür wußte. Aber während des ganzen Abendeſſens hörte das reizende Weib nicht auf, ſich über ſeinen Mann zu beklagen, der ſie nicht hätte heirathen ſol⸗ len, da er wohl wußte, daß er nicht im Stande war, die Pflichten eines Mannes gegen eine Frau zu erfüllen.
Warum haben Sie nicht eine Probe angeſtellt, ehe Sie ihn heiratheten?
Aber paßte ſichs denn, daß ich den erſten Schritt that? Und wie ſollte ich auch glauben, daß ein ſo ſchöner Mann zu nichts zu gebrauchen ſei? Folgendes iſt die Geſchichte. Ich tanzte, wie Sie wiſſen, in der italiäniſchen Komödie,


