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Ich frühſtückte im Kloſter und und erinnere mich noch daß die Chocolade, die Biscuits und Confituren mit einer Ausgeſuchtheit aufgetragen wurden, welche an Koketterie grenzte. Als wir gefrühſtückt, ſagte ich zu M. M., es würde ihr nicht ſo leicht werden, mir ein Eſſen von zwölf Perſonen zu geben, die an demſelben Tiſche ſäßen, von de⸗ nen ſich aber die Hälfte im Kloſter, die Hälfte im Sprech⸗ zimmer mit dem Gitter dazwiſchen, befänden. Ich möchte das wohl ſehn, ſagte ich, wenn Sie mir erlauben wollten, die Koſten zu tragen. Gern, ſagte M. M., und das halb hei⸗ lige, halb profane Mittagseſſen wurde auf den folgenden Tag angeſetzt.
M. M. übernahm Alles und verſprach ſechs Nonnen einzuladen. Madame Morin, welche meinen Geſchmack kannte, ſagte, ſie möchte nichts ſparen und ich zeigte ihr an, daß ich die nöthige Summe ſchicken würde.
Nachdem ich Madame Morin, ihre Tochter und Fräulein Desarmoiſes nach Hauſe gebracht, ging ich zu Herrn Magnan, dem ich durch den Chevalier Raiberti empfohlen worden war, und nachdem ich denſelben erſucht mir gute Weine zu verſchaffen, bat er mich aus ſeinem Keller zu nehmen, was ich wünſche. Ich wurde nach Wunſch bedient.
Dieſer Magnan war ein geiſtreicher Mann, von ange⸗ nehmem Aeußern und in guten Umſtänden. Er bewohnte außerhalb der Stadt ein großes und bequemes Haus, in dem ſeine Gemahlin unter zehn Kindern, worunter vier hübſche junge Damen, beſonders die älteſte, die damals neunzehn Jahre alt war, die Honneurs machte, Er war Gaſtronom nnd bildete ſich etwas darauf ein; um mich davon zu überzeugen, lud er mich auf übermorgen zum Mittagseſſen ein.
Wir gingen gegen elf Uhr ins Kloſter und nach einer anſtändigen Unterhaltung, gerade als es zwölf ſchlug, wurde uns angezeigt, daß das Eſſen aufgetragen ſei. Der Tiſch bot einen hübſchen Anblick dar; er war mit ſchöner glän⸗ zend weißer Wäſche gedeckt und mit mehrern Vaſen künſt⸗ licher, aber verſchieden parfümirter Blumen geſchmückt, ſo daß das Sprechzimmer duftete. Das verhängnißvolle Git⸗


