Teil eines Werkes 
12. Bd. (1850)
Entstehung
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in Paſſy bewohne und da ſie im fünften Monate der Schwangerſchaft ſei, im Begriffe ſtehe, Königin von Frank⸗

königlichen Worts zu dringen. Als Ludwig XV. die Anerken⸗ nung des Kindes verſchob, wurde ſie immer dringender und ver⸗ ſtimmte den König in ſolchem Grade, daß er die Geliebte in ein Kloſter bringen und ihren Sohn in einem Collegium erziehen ließ. Die Faſtes irren indeß, wenn ſie Fräulein Romans erſt nach dem Tode der Marquiſe Pompadour eintreten laſſen, wie die Mit⸗ theilungen der Hauſſet, Kammerfrau der Marquiſe zeigen, welche ein Zuſammentreffen zwiſchen beiden folgendermaßen ſchildert: „Alle Welt ſprach von einer jungen Dame, von welcher der König ſo entzückt war, als er es nur irgend vermochte. Sie hieß Romans und war reizend. Madame wußte um die Be⸗ ſuche des Königs und ihre Vertrauten machten ihr die beunru⸗ higendſten Mittheilungen. Die Marſchallin von Mierepoid, der beſte Kopf in ihrem Rathe flößte ihr allein Muth ein.„Ich will nicht ſagen, daß er Sie mehr liebt als jene, und wenn ſie durch einen Zauberſtab hierher verſetzt werden könnte, ihm ein Souper gäbe und mit ſeinem Geſchmack bekannt wäre, hätten Sie vielleicht Urſache zu zittern. Aber die Fürſten ſind vor allen Andern Gewohn⸗ heitsmenſchen, die Freundſchaft des Königs für Sie iſt die näm⸗ liche wie für Ihre Gemächer und Umgebung; Sie ſind gemacht für ſeine Art und Weiſe; er genirt ſich nicht, fürchtet auch nicht, Sie zu langweilen. Wie trauen Sie ihm den Muth zu, Alles dieß an einem Tage zu zerſtören und ſich der Oeffentlichkeit durch eine ſo große Veränderung der Dekorationen Preis zu geben?“ Die junge Dame wurde ſchwanger und die Geſpräche der Stadt ja ſelbſt des Hofes beunruhigten Madame, zumal man behaup⸗ tete, der König werde den Sohn anerkennen, der Mutter einen Rang verleihn.„Alles dies, ſagte die Marſchallin iſt nach Art Ludwig XIV., ſolche Großartigkeit paßt nicht für unſern Herrn. Inzwiſchen ſchadete die Unklugheit und Prahlerei dem Fräulein Romans in der Achtung des Königs. Es fanden ſelbſt gewalt⸗ ſame Ausbrüche gegen ſie ſtatt, an denen jedoch Madame keinen Theil hatte. Man ſtellte Nachſuchungen bei ihr an, nahm ihr ihre Papiere; aber die wichtigſten, welche des Königs Vaterſchaft beſtätigten, waren auf die Seite gebracht. Endlich kam ſie nie⸗ der und ließ ihren Sohn unter dem Namen Bourbon, Sohn Karls von Bourbon, Hauptmanns der Kavallerie, taufen. Die Mutter glaubte die Augen ganz Frankreichs auf ſich zu ziehn und erblickte in ihrem Sohne einen Duc du Maine. Sie nährte ihn

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