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Ich habe dies Epigramm ins Italiäniſche und Latei⸗ niſche überſetzt; in der letztern Sprache habe ich La Fon⸗ taine Vers für Vers oder doch ſo ziemlich wiedergeben kön⸗ nen; aber im Italiäniſchen brauchte ich zwanzig Verſe für die zehn erſten Verſe des franzöſiſchen Dichters, was mei⸗ ner Anſicht nach nichts für den Vorzug der einen Sprache vor der andern beweiſt.
Der gute Ton in Neapel, namentlich in der guten Geſellſchaft, fordert als erſtes Freundſchaftszeichen, daß man einen neuen Ankömmling, den man beſonders auszeichnen will, duzt. Dies iſt für beide Theile behaglicher; aber die⸗ ſer vertrauliche Styl ſchließt in keiner Weiſe die Rückſich⸗ ten aus, welche man ſich gegenſeitig ſchuldet.
Schon hatte mich Leonilda von der Bewunderung zu einem ſüßern und lebhaftern Gefühl uͤbergehn laſſen; und die Oper, welche fünf Stunden ſpielte, ſchien mir nur einen Augenblick gedauert zu haben.
Als die beiden Damen ſich entfernt hatten, ſagte der Herzog zu mir: Jetzt müſſen wir uns trennen, wenn Du nicht ein Freund des Hazardſpiels biſt.
Ich haſſe es nicht, wenn ich mich anſtändigen Spielern gegenüber ſehe.
In dieſem Falle folge mir. Du wirſt zehn oder zwölf Männer meines Standes bei einer Pharaobank ſinden, wor⸗ auf ein gutes Abendeſſen folgt; aber ich muß Dir ſagen, daß es ein Geheimniß iſt, denn das Spiel iſt verboten. Ich ſtehe für Dich.
Du kannſt es.
Er führte mich zum Herzoge von Monte⸗Leone ins dritte Stockwerk, und nachdem wir durch etwa ein Dutzend Zimmer gegangen waren, gelangten wir in dasjenige, wo geſpielt wurde. Ein Bankier von ſanftem Ausſehen, der etwa vierhundert Zechinen vor ſich hatte, legte. Der Her⸗ zog ſtellte mich als ſeinen Freund vor und ließ mich an ſeiner Seite ſitzen. Ich zog meine Börſe; aber man machte mir bemerklich, daß man nur auf Wort ſpiele und inner⸗ halb vierundzwanzig Stunden bezahle. Der Bankier gab mir ein Buch nebſt einem Körbchen mit tauſend Marken.


