200 ſtreitig der größte Maler und arbeitſamſte Mann ſeines Jahrhunderts. Es iſt ſehr ſchade, daß der Tod ihn aus der Mitte ſeiner Laufbahn herausgeriſſen hat, denn er würde die Kunſt mit einer Menge ſchöner Produktionen beſchenkt haben. Mein Bruder hat nie etwas gemacht, was den Na⸗ men eines Zöglings dieſes großen Malers hätte rechtferti⸗ gen können. Wenn ich 1767 nach Spanien kommen werde, werde ich auf Mengs zurückkommen.
Sobald ich bei meinem Bruder eingerichtet war, nahm ich Linen Wagen, einen Kutſcher und einen Bedienten, wel⸗ chem ich eine Phantaſielivree machen ließ, und ſtellte mich Monſignor Cornaro, Auditeur der Rota, vor, um Eingang in die hohe Geſellſchaft zu gewinnen; da er ſich aber als Venetianer bloßzuſtellen fürchtete, ſo ſtellte er mich dem Kar⸗ dinal Paſſionei vor, welcher mit dem Papſte von mir ſprach. Vor Allem muß ich meinen Leſern erzählen, was mir bei meiszem zweiten Beſuche mit dieſem bizarren Kardinal be⸗ gegnete, einem großen Feinde der Jeſuiten und geiſtreichem Manm der zugleich ſehr bewandert in der Literatur war.
**) Winkelmanns Briefe beſtätigen es, daß Mengs im Herbſte 1760 die I er Gallerie in der Villa Albani malte, ſo wie auch, daß ova's Bruder die Tochter des Gaſtwirths am ſpa⸗ niſchen Platze heirathete und mit ihr im September 1764 als Pprofeſſor der Kunſtakademie nach Dresden ging.


