Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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erzähle Thereſen meinen Dialog. Biete der Mutter direkt die hundert Ducaten, ſagte ſie, und wenn ſie nicht will, ſo lache ſie aus und verſuche Dein Glück anderwärts.

Ich gehe wieder ins Camerino, wo die Mutter allein war, und ſage ohne weitere Umſchweife: Guten Abend, Ma⸗ dame, ich bin fremd; ich werde hier nur acht Tage bleiben; ich bin in Ihre Tochter verliebt, und mache Ihnen den Vor⸗ ſchlag, mit ihr bei mir zu Abend zu ſpeiſen, unter der J. dingung, daß Sie gut ſind. Ich gehe Ihnen hundert Zechi⸗ nen, und es ſoll ganz bei Ihnen ſtehn, mich zu Grunde zu

richten.

Mein Herr, mit wem glauben Sie zu ſprechen. Ihre Schaamloſigkeit überraſcht mich. Erkundigen Sie ſich, wer ich bin; erkundigen Sie ſich nach der Aufführung meiner Tochter, und Sie werden ſich in Zukunft ſolche Schritte er⸗ ſparen.

Leben Sie wohl, Madame.

Leben Sie wohl, mein Herr.

Beim Hinausgehn treffe ich Redegunden und erzähle ihr Wort für Wort den Dialog, den ich mit ihrer Mutter gehabt. Sie lacht laut auf.

Habe ich es gut oder ſchlecht gemacht? frage ich.

Eher gut als ſchlecht; aber wenn Sie mich lieben, be⸗ ſuchen Sie mich.

Sie beſuchen nach dem, was Ihre Mutter zu mir geſagt?

Warum nicht? Wer weiß?

Wer weiß! Redegunde, Sie kennen mich nicht. Die Hoffnung vergiftet mich, und ich glaube Ihnen dies bewie⸗ ſen zu haben, indem ich aufrichtig mit Ihnen geſprochen.

Aergerlich und entſchloſſen mit dieſer bizarren Perſon nicht mehr zu ſprechen, ging ich zum Abendeſſen zu There⸗ ſen und verlebte mit ihr drei köſtliche Stunden. Da ich am nächſten Tage viel zu ſchreiben hatte, ſo ging ich den ganzen Tag nicht aus, und am Abend erhielt ich den Be⸗ ſuch der jungen Corticelli nebſt ihrer Mutter und ihrem Bruder. Sie bat mich, das Verſprechen zu halten, welches ich ihr hinſichtlich des jüdiſchen Theaterunternehmers gege⸗

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