Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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inden.

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Ich bitte um Verzeihung, Madame. Ich werde zu Ihnen kommen, um Abſchied von Ihnen zu nehmen.

hie Ankündigung meiner Abreiſe machte das Abend⸗ eſſen etwas traurig. Madame Morin, welche vielleicht noch lebt, war eine Frau vom liebenswürdigſten Charakter. Bei Tiſch beſchloß ſie, daß augenblicklich Abſchied genommen werden ſolle, da meine Abreiſe feſtſtehe und die Ehre, welche ich ihr zu erweiſen gedenke, indem ich ſie allein noch beſuchen wolle, nur eine läſtige Ceremonie für mich ſein könne. Zum wenigſten, ſagte ich, werde ich die Ehre haben, Sie bis zu Ihrer Thür zu begleiten, wenn Sie es erlauben.

Sie werden unſer Glück dadurch um einige Minuten verlängern.

Valenglard ging zu Fuß weg, und die ſchöne Roman ſetzte ſich auf meinen Schooß. Ich wagte, kühn zu ſein, und gegen meine Erwartung war ſie ſo ſanft und zärtlich, daß ich bedauerte, von ihr Abſchied genommen zu haben; aber es war nun einmal geſchehn.

Ein auf unſerm Wege vor der Thür eines Gaſthofs umgeſtürzter Wagen nöthigte meinen Kutſcher einige Minu⸗ ten anzuhalten; und dieſer Zufall, über welchen dieſer Menſch ſchimpfte und tobte, erfüllte mich mit Freude, denn während dieſer zu kurzen Augenblicke erhielt ich alle Ver⸗ günſtigungen, welche ich unter ſolchen Umſtänden nur wün⸗ ſchen konnte.

Das Glück iſt nie vollſtändig, wenn man es allein ge⸗ nießt. Für mich war es Bedürfniß, mich durch die Be⸗ trachtung der Züge meiner ſchönen Freundin zu überzeugen, daß ſie ſich bei ihren Gefälligkeiten nicht rein paſſiv verhal⸗ ten hatte, und ich führte deshalb die Damen auf ihr Zim⸗

mer. Hier konnte ich mich ohne die geringſte Geckenhaftig⸗ keit von meiner Seite überzeugen, daß die Phyſiognomie dieſes ſchönen Weſens vom Ausdrucke der Traurigkeit und der Liebe beſeelt war, Ich konnte mich überzeugen, daß ſie weder kalt noch unempfindlich war, und daß nur die Furcht und die Tugend mir bei ihr hinderlich geweſen waren. Nachdem ich Madame Morin einen Abſchiedskuß gegeben, hatte ſie die Gefälligkeit, ihre Nichte aufzufordern, mir den⸗

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