Teil eines Werkes 
11. Bd. (1850)
Entstehung
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Ein lächerlicher Umſtand erfüllte mich mit Freude, nämlich der Gedanke in einem Jahrhunderte, wo die Ver⸗ nunft und die Philoſophie mit ſo vielem Rechte die Aſtro⸗ logen in Verruf gebracht hatten, als Aſtrologe aufzutre⸗ ten. Ich ſchwelgte in dem Gedanken, von den gekrönten Häuptern, welche hohlen und abergläubiſchen Ideen am Meiſten zugänglich ſind, geſucht zu werden und mich im Alter zurückzuziehn. Wer baut nicht Luftſchlöſſer! Hätte die Roman ſtatt eines Knabens ein Mädchen geboren, ſo hätte ich gelacht, und es würde noch nicht Alles verloren geweſen ſein, da ein Sohn noch hätte hinterher kommen können.

Mein Horoscop ſollte nur dem Fräulein und der Fa⸗ milie bekannt werden, welche ein Intereſſe hatten, das Ge⸗ heimniß zu bewahren. Nachdem ich daſſelbe beendet und wiederholentlich durchgeleſen, redete ich mir ein, daß ich ein kleines Meiſterwerk zu Stande gebracht, und ich ſpeiſte in meinem Bette in Geſellſchaft der drei Nymphen. Ich war höflich, liebenswürdig, freundlich und liebkoſend gegen alle drei, was ſie und mich in gute Stimmung ſetzte; mich indeß mehr als ſie, und für dieſen Tag bedurfte ich der Ruhe. Am folgenden Tage beſuchte Herr Valenglard mich frühzeitig und ſagte: Niemand glaübe, daß ich in die ſchöne Roman verliebt ſei, aber man habe mich im Ver⸗ dacht, die drei Töchter meines Wirths zu lieben. Es iſt kein Unglück, wenn man das glaubt, ſagte ich, denn ſie ſind ſchon der Mühe werth, obwohl ſie mit einer Perſon, welche nicht ihresgleichen hat, welche aber geſchaffen ſcheint, um mich zur Verzweiflung zu bringen, keinen Vergleich aushält.

Erlauben Sie mir, daraus für Madame d'Urfé einen kleinen Roman zu machen?

Das ſoll mir ſehr angenehm ſein.

Gegen Mittag erſchienen Herr und Madame Morin mit ihrer Nichte, und wir beſchäftigten uns eine Stunde vor Tiſch mit dem Leſen des Horoscops. Die verſchieden⸗ artigen Aeußerungen des Erſtaunens der vier Perſonen zu beſchreiben, würde vergebliche Mühe ſein. Die interefſante Roman war ſehr ernſt, und da ſie nicht wußte, ob ſie