KM ,, 2 Vi) V L alle Klugheit aufgeboten haben, um ſich bei ihm beliebt zu machen. Aber ſo waren damals alle Miniſter in Frankreich. Sie verſchwendeten das Geld, welches ihnen nichts koſtete, um ihre C ren zu bereichern. Sie waren Despoten, und das miß Füßen getretene Volk kam nicht in Betracht; der Staat war verſchuldet, und die Finanzen in einem ſehr ſchlechten Zuſtande. Ich glaube wohl, daß eine Revolution nothwendig war, aber ſie brauchte nicht blutig zu ſein; ſie mußte moraliſch und patriotiſch ſein; aber der Adel und die Geiſtlichkeit waren nicht hochherzig genug, um einige für den König, den Staat und ſie ſelbſt nothwendige Opfer zu bringen. Sylvia fand meine Abenteuer in Aire und Amiens
ſehr komiſch, und ihre reizende Tochter bezeigte mir große
Theilnahme wegen der ſchlechten Nacht, die ich in der Wach⸗
ſtube zugebracht. Ich ſagte zu ihr, dieſelbe wurde diel
ſchmerzlicher für mich geweſen ſein, wenn ich eine Frau bei mir gehabt hätte. Sie antwortete, wenn dieſe Frau gut geweſen wäre, würde ſie ſich beeifert haben, mir dieſe Unannehmlichkeit zu verſüßen, indem ſie ſie getheilt hätte; aber ihre Mutter entgegnete ihr, eine ordentliche Frau, eine Frau von Geiſt würde meine Chaiſe und meine Sachen in Sicherheit gebracht und dann die nöthigen Schritte zu mei⸗ ner Befreiung gethan haben, und ich pflichtete ihr bei und machte jener bemerklich, daß auf dieſe Weiſe eine Frau ihre Pflicht am beſten erfulle. 2
Goy


