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Calais begleiten wolle. Da dieſe würdige Frau mir gern gefällig war, ſo ſchrieb ſie an den Herzog einen Brief, wel⸗ chen ſie mir zur perſönlichen Beſorgung übergab, da man derartige Päſſe nur mit Aufführung des Signalements der empfohlenen Perſonen ausſtellte. Guͤltig waren ſie nur für die ſogenannte Isle-de-France; aber ſie ſetzten im gan⸗ zen Norden des Reiches in Achtung.
Ausgeſtattet mit Soylvia's Empfehlung und begleitet von ihrem Manne begab ich mich zum Herzoge, welcher auf ſeinem Landgute St. Toin war; kaum hatte er den Brief angeſehen als er mir einen Paß ausſtellen ließ. Nachdem ich dieſen Zweck erreicht, ging ich nach la Vil⸗ lette, um Madame** zu fragen, ob ſie mir etwas für ihre Nichte mitzugeben habe. Sie könnten ihr, ſagte ſie, die Kiſte mit den Porzellan⸗Statuen mitnehmen, wenn Herr von Corneman ſie ihr nicht ſchon mitgeſchickt hat. Ich ging zu dieſem Bankier, welcher mir die Kiſte aushändigte, und ich gab ihm hundert Louisd'ors gegen einen Creditbrief an ein Dünkirchener Haus und bat ihn, mich ganz beſonders zu empfehlen, da ich zu meinem Vergnügen reiſe. Herr Cor⸗ nemann that dies ſehr gern und ich reiſte noch denſelben Abend ab; drei Tage ſpäter ſtieg ich in Dünkirchen im Hô⸗ tel de la Conciergerie ab.
Eine Stunde nach meiner Ankunft überraſchte ich die liebenswürdige Madame P. auf die angenehmſte Weiſe, in⸗ dem ich ihr das Käſtchen und viele Complimente von ihrer Tante überbrachte. Während ſie ihren Mann lobte, den ſie glücklich mache, kam derſelbe, und erfreut, mich zu ſehen, bot er mir ſein Zimmer an. Ich dankte natürlich und nachdem ich ihm verſprochen, mich zuweilen zum Mittags⸗ eſſen bei ihm einzufinden, bat ich ihn, mich zum Bankier zu führen, an welchen mich Herr Cornemann empfohlen hatte.
Kaum hatte der Bankier den Brief geleſen, als er mir hundert Louisd'ors auszahlte und mich bat, ihn gegen Abend in meinem Gaſthofe zu erwarten, wo er mich mit dem Com⸗ mandanten abholen würde. Dieſer hieß von Barail. Nach⸗


