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giebt, und mag er nun mehr oder weniger geneigt ſein, den Ausſprüchen des von ihm gewählten Orakels zu glauben. Dieſe Stimmung iſt nicht ſehr verſchieden von der des grö⸗ ßern Theils derjenigen, welche die Pythia oder die Eichen von Dodona zu Rath zogen, derjenigen, welche heute die Kabbala befragen, oder die gewünſchte Aufklärung in einem Spruche der Bibel, oder einem Verſe Virgils, wodurch die Virgilianen, von welchen ſo viele Schriftſteller ſprechen, ſo berühmt geworden ſind, oder endlich derjenigen, welche feſt überzeugt ſind, die Erledigung aller ihrer Zweifel in den zufälligen oder berechneten Combinationen eines elenden Spiels Karten zu finden.
In dieſem geiſtigen Zuſtande war ich; da ich aber nicht wußte, welche Methode ich anwenden ſollte, um das Schickſal zu nöthigen, mir das Schickſal, welches mir be⸗ vorſtand, zu offenbaren, d. h. den Augenblick, wo ich die Freiheit, dies mit keinem andern vergleichbare Gut, wieder⸗ erlangen würde, ſo beſchloß ich, das göttliche Gedicht des wüthenden Roland von Meſſer Lodovico Arioſto, welches ich hundertmal geleſen, welches ich auswendig wußte, und welches mich auch hier entzückte, um Rath zu fragen. Ich betete den Genius dieſes großen Dichters an und hielt ihn für mehr als Virgil geeignet, mir mein Glück zu verkünden..
In dieſer Idee ſchrieb ich eine Frage auf, welche ich an den vermeintlichen Geiſt richtete. Ich fragte, in wel⸗ chem Geſange des Arioſt die Prophezeihung des Tages mei⸗ ner Befreiung zu finden wäre. Hierauf bildete ich eine um⸗ gekehrte Pyramide aus den Zahlen, welche ſich aus den Worten der Frage ergaben, und durch Subtraktion der Zahl neun von jeder Zahlenreihe fand ich die Zahl neun. Ich nahm nun an, daß die geſuchte Prophezeihung ſich im neunten Geſange befände. Ich befolgte dieſelbe Methode, um zu erfahren, in welchem Verſe und in welcher Stanze das Orakel zu finden wäre, und ich erhielt die Zahl ſieben für die Stanze und die Zahl eins für den Vers. Ich nehme das Gedicht, und mit klopfendem Herzen, als ob ich dem


