Teil eines Werkes 
7. Bd. (1850)
Entstehung
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deren Plan in meinem Kopfe fertig war, meine Rolle ganz vortrefflich. Während der Nacht ſchrieb ich dem Pater Balbi, er möge um neunzehn Uhr, nicht eine Minute früher oder ſpäter, kommen, um ſeine Arbeit zu beginnen, und nur vier Stunden, und keine Minute länger, arbeiten. Unſere Frei⸗ heit, ſagte ich, hängt von dieſer Pünktlichkeit ab, und Sie haben nichts zu fürchten.

Es war der 25. Oktober und die Zeit, wo ich meinen Plan ausführen oder für immer aufgeben mußte, war nicht mehr fern. Die Staats⸗Inquiſitoren ſo wie der Secretair verbrachten jährlich die drei erſten Tage des November in einem Dorfe der terra ferma. Lorenz, der die Abweſen⸗ heit ſeiner Herren benutzte, betrank ſich dann jeden Abend und kam Morgens ſpäter als ſonſt in die Gefängniſſe.

Da ich dies wußte, ſo rieth die Klugheit, dieſe Zeit zu wählen, und ich war überzeugt, daß meine Flucht erſt ſpät Morgens bemerkt werden wuͤrde. Ein anderer Grund, welcher mich beſtimmte, meinen Entſchluß zu einer Zeit zu beeilen, wo ich nicht mehr an der Bosheit meines ſchreck⸗ lichen Gefährten zweifeln konnte, ſcheint mir wichtig genug, um ihn meinen Leſern nicht vorzuenthalten.

Die größte Beruhigung eines Menſchen, welcher ſich in einer unglücklichen Lage befindet, iſt die Hoffnung, bald herauszukommen. Er ſeufzt nach dem Augenblicke, welcher ſein Unglück enden ſoll; er glaubt, denſelben durch ſeine Sehnſucht ſchneller herbeiführen zu können, und er würde Alles thun, um die Stunde zu erfahren, welche ſeiner Qual ein Ende machen ſoll; aber Niemand kann wiſſen, in wel⸗ chem Augenblicke ein von dem Willen Jemands abhängiger Umſtand eintreten wird, wenn dieſer Jemand ſich nicht dar⸗ über erklärt hat. Nichtsdeſtoweniger fällt der Menſch, wel⸗ cher leidet, aus Ungeduld und Schwäche dem Aberglauben in die Arme. Gott, ſagt er zu ſich, muß den Augenblick kennen, welcher meinem Leiden ein Ende machen wird. Gott kann geſtatten, daß dieſer Augenblick mir offenbart werde, gleichviel wie. Sobald er zu einer ſolchen Anſicht gelangt, trägt er kein Bedenken mehr, das Schickſal zu befragen, gleichviel, welche Art und Weiſe ihm ſeine Phantaſte ein⸗

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