Teil eines Werkes 
5. Bd. (1850)
Entstehung
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Wenn M. M. im Kabinet iſt, ſagte ich zu mir, ſo wird ſie ſich zeigen, wenn es Zeit iſt. In dieſer Voraus⸗ ſetzung nehme ich das Tuch ab, welches die Gaze befeſtigte und zeige mein Geſicht. Meine reizende C. C. ſtößt einen Seufzer aus und ſagt: Ich athme freier! nur Du konnteſt es ſein; mein Herz ſagte es mir. Du ſchienſt erſtaunt, mein Freund, als Du mich ſaheſt; wußteſt Du denn nicht, daß ich Dich erwartete?

Nein, ich wußte nichts davon.

Wenn es Dir unangenehm iſt, ſo bin ich in Ver⸗ zweiflung; aber ich bin unſchuldig.

Angebetete Freundin, komme in meine Arme und glaube nicht, daß ich Dir zürnen könnte. Ich bin erfreut, Dich zu ſehen; Du biſt immer meine theuerſte Hälfte; aber ich bitte Dich, mich einer grauſamen Ungewißheit zu entrei⸗ ßen, denn Du kannſt nicht hier ſein, ohne ein Geheimniß verrathen zu haben.

. Ich! ich wäre deſſen nicht fähig geweſen, und wenn auch der Tod darauf geſtanden hätte.

Wie kannſt Du denn hier ſein? Wie hat es denn Deine gute Freundin angefangen, um Alles zu entdecken? Niemand anders als Du kann ihr geſagt haben, daß ich Dein Mann bin. Laura vielleicht

Nein, Laura iſt treu, theurer Freund, und ich kann nichts errathen.

Wie haſt Du Dich aber überreden laſſen, dieſe Maske⸗ rade mitzumachen und hierherzukommen? Du verläßt das Kloſter und haſt mir von dieſem wichtigen Geheimniſſe nie etwas geſagt.

Kannſt Du wohl glauben, daß ich Dir nicht Alles ge⸗ fagt haben würde, wenn ich das Kloſter je verlaſſen hätte? Vor zwei Stunden habe ich daſſelbe zum erſtenmale ver⸗ laſſen, und nichts iſt einfacher und natürlicher als die Ver⸗ anlaſſung zu dieſem Schritte.

Erzähle mir Alles, theure Freundin, ich bin im höch⸗ ſten Grade neugierig.

Das iſt mir lieb und ich werde Dir Alles erzählen. Du weißt, wie ſehr M. M. und ich uns lieben; unſer Ver⸗