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an Dich zu richten: biſt Du aufgelegt, Dich von einem 1 Manne in den Augenblicken ſehen zu laſſen, wo Du Dich 9 der ſüßeſten Wolluſt hingiebſt? Dieſe Ungewißheit quält 3 mich jetzt, und ich fordere von Dir als Gnade ein Ja oder 9 Nein. Begreiſſt Du wohl, wie ſchmerzlich meine Furcht iſt? S Fühlſt Du, wie ſchwer es mir geworden, mich zu einem ſolchen Schritte zu entſchließen? Ich mache mich darauf ge⸗ t faßt in der nächſten Nacht kein Auge zu ſchließen, denn ich„ werde nicht Ruhe finden, als bis ich Deine Antwort geleſen. 6 In dem Falle, daß Du glaubeſt, Dich nicht in Gegenwart 8 eines Dritten, und namentlich eines Unbekannten, zärtlich. zeigen zu können, werde ich das thun, was die Liebe mir 1 eingeben wird. Ich hoffe indeß, daß Du kommen wirſt; f ſelbſt wenn Du die Rolle eines Liebenden nicht ſollteſt als Meiſter ſpielen können, ſo wird doch das nichts zu bedeuten 1 haben. Ich würde ihn glauben laſſen, daß Deine Liebe 5 nicht mehr auf ihrem Höhepunkte iſt.“ T Der Brief überraſchte mich, aber da ich, Alles wohl bedacht, fand, daß ich eine beſſere Rolle hatte als die der 3 Liebhaber ſich zugetheilt, ſo lachte ich recht herzlich. Ich d muß indeß geſtehen, daß ich über die Sache nicht gelacht 3 haben würde, wenn ich den Charakter des Individuums, wel⸗ 3 7 ches uns zuſchauen ſollte, gekannt hätte. Da ich wußte, 8 daß meine Freundin ſehr unruhig war und ich ſie beruhi⸗ f gen wollte, ſo ſchrieb ich ſogleich in folgender Weiſe an ſie: fe „Du willſt, göttliches Weib, daß ich Ja oder Nein 1 3 antworte, und ich will, da ich von Liebe für Dich erfüllt A bin, daß meine Antwort vor Mittag an Dich gelange, damit ke Du ohne die mindeſte Unruhe ſpeiſen kannſt.“ 6 „Ich werde die Nacht des letzten Tages in dieſem Jahre ge mit Dir zubringen und gebe Dir die Verſicherung, daß der fi Freund, vor welchem wir ein Schauſpiel aufführen werden, w welches Paphos' und Amathunts würdig ſein ſoll, nichts hö⸗ du ren oder ſehen wird, was ihn auf die Vermuthung bringen 3 könnte, daß ich Inhaber ſeines Geheimniſſes bin, und ſei th ſicher, daß ich meine Rolle nicht als Dilettant, ſondern als ſe Liebhaber ſpielen werde. Wenn es die Pflicht des Men⸗ ne ſchen iſt, immer Sklaye der Vernunft zu ſein, wenn er, ſo b 8


