Teil eines Werkes 
5. Bd. (1850)
Entstehung
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nung zwiſchen Herz und Geiſt ſcheint mir ſophiſtiſch, und wenn ſie Dir nicht ſo erſcheint, ſo wirſt Du zugeben müſ⸗ ſen, daß Du mich nicht ganz und gar liebſt; denn es iſt unmöglich, daß ich ohne Geiſt exiſtire, und daß Du mein Herz lieben kannſt, wenn es nicht mit dieſem in Einklang ſteht. Wenn Deine Liebe ſich mit dem Gegentheil begnü⸗ gen kann, ſo zeichnet ſie ſich nicht durch Zartgefühl aus. Da indeß ein Fall eintreten könnte, wo Du mich überfüh⸗ ren könnteſt, gegen Dich nicht mit der Aufrichtigkeit gehan⸗ delt zu haben, welche wahre Liebe einflößt und fordern kann, ſo habe ich mich entſchloſſen, Dir ein Geheimniß zu entdecken, welches meinen Liebhaber betrifft, obwohl ich weiß, daß er durchaus auf meine Verſchwiegenheit rechnet. Ich bin im Begriff, einen Verrath zu begehen, aber Du wirſt mich darum nicht weniger lieben; denn wenn ich gezwun⸗ gen bin, zwiſchen Euch Beiden zu wählen und den Einen oder den Andern zu täuſchen, ſo hat die Liebe den Sieg davon getragen; aber ſtrafe mich nicht dafür, denn ich habe es nicht blindlings gethan, und Du wirſt die Gründe beur⸗ theilen, welche die Waagſchale auf Deine Seite geneigt haben.

Sobald ich fühlte, daß ich der Neigung, Dich näher kennen zu lernen, nicht zu widerſtehen fähig war, ſo konnte ich mir nur dadurch genügen, daß ich mich meinem Freunde anvertraute; und ich zweifelte nicht an ſeiner Willfährigkeit. Er faßte eine ſehr vortheilhafte Idee von Deinem Charakter, als er Deinen erſten Brief las, zunächſt, weil Du das Sprechzimmer für unſere erſte Zuſammenkunft wählteſt, und ſodann, weil Du ſein Caſino in Murano lieber nahmſt, als das Deinige. Aber er bat mich auch um die Gefälligkeit, ihm zu erlauben, unſerm Stelldichein in einem kleinen Kabinette beizuwohnen, einem Verſtecke, von welchem aus man, ohne geſehen zu werden, Alles ſehen und hören kann, was im Salon geſprochen wird. Du haſt dieſes unerrathbare Ka⸗ binet noch nicht geſehen, aber Du wirſt es am letzten Tage des Jahres ſehen. Sage mir, mein Herz, ob ich dieſes ſonderbare Vergnügen einem Manne verweigern konnte, wel⸗ cher ſich ſo gefällig gegen mich gezeigt hat? Ich willigte in ſeine Bitte, und nichts war in dieſem Falle natürlicher,

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