Teil eines Werkes 
5. Bd. (1850)
Entstehung
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von der verrätheriſchen Spalte; aber ſie iſt, fügte ſie hinzu, ſchon verſtopft, und wir haben von dieſer Seite her weiter nichts zu fürchten. Eine junge Penſionairin, welche ich ſehr liebe und welche mir ſehr ergeben iſt, hat mir Alles mit⸗ getheilt. Ich bin nicht neugierig, ihren Namen zu erfahren, und ſie ſagt ihn mir nicht.

Jetzt, mein Engel, ſage mir, ob mein Gluck verſcho⸗ ben iſt.

Es iſt verſchoben, aber nur auf vierundzwanzig Stun⸗ den: die neue Schweſter, welche Profeß gethan, hat mich zum Abendeſſen auf ihr Zimmer geladen und Du wirſt wohl einſehen, daß ich dies nicht abſchlagen kann.

Du würdeſt ihr alſo nicht den ſehr begründeten Hin⸗ derungsgrund anvertrauen, welcher mich wünſchen läßt, daß ſie nie zu Abend ſpeiſe.

Nein, gewiß nicht: das Vertrauen geht in einem Klo⸗ ſter nie ſo weit. Und dann, mein Freund, kann man eine ſolche Einladung nur ablehnen, wenn man ſich eine unver⸗ ſönliche Feindin zu machen wünſcht.

Kann man ſich nicht für krank ausgeben?

Ja, dann wird man aber beſucht.

Ich verſtehe; denn wenn Du keine Beſuche annähmeſt, könnte man eine Entweichung vermuthen.

Eiine Entweichung! nein; denn hier glaubt man nicht an die Möglichkeit zu entweichen.

Du allein biſt alſo fähig, hier ein ſolches Wunder zu bewirken?

Sei davon überzeugt; aber es iſt das Geld, welches hier wie überall ein ſolches Wunder bewirkt. Und vielleicht auch andere?

Die Zeit der Wunder iſt vorüber. Aber ſage mir, Geliebter, wo willſt Du mich morgen zwei Stunden nach Sonnenuntergang erwarten?

Könnte ich Dich nicht hier in Deinem Caſino erwarten?

Nein, denn mein Geliebter ſelbſt wird mich nach Ve⸗ nedig führen. Er ſelbſt? Ja. er ſelbſt. Und dennoch iſt es wahr.