Zweinnddreißigſtes Kapitel.
Die ſchöne O- Morphi.— Der betrügeriſche Maler.
— Ich mache die Cabbala bei der Herzogin von Chartres.
— Ich verlaſſe Paris.— Mein Aukenthalt in Dresden und meine Abreiſe von dieſer Stadt.
Ich war mit meinem Freunde Patu auf der St. Lau⸗ rentius⸗Meſſe, als derſelbe Luſt bekam, mit einer flamländi⸗ ſchen Schauſpielerin, Namens Morphi zu Abend zu ſpeiſen, und er forderte mich auf, mich ſeiner Laune beizugeſellen. Das Maädchen reizte mich nicht; aber was ſchlägt man wohl einem Freunde ab? Ich that, was er wollte. Nachdem Patu mit der Schönen zu Abend geſpeiſt, bekam er Luſt, die Nacht zu einem noch angenehmeren Geſchäfte zu verwen⸗ den, und da ich ihn nicht verlaſſen wollte, ſo bat ich um ein Canapé, auf welchem ich mein keuſches Lager aufſchla⸗ gen könnte.
Die Morphi hatte eine Schweſter, eine kleine Schmutz⸗ finke von etwa dreizehn Jahren, welche ſich erbot, mir ihr Bett abzutreten, wenn ich ihr einen kleinen Thaler gäbe. Ich erkläre mich einverſtanden damit, und gelange in ein kleines Kabinet, wo ich einen auf vier Brettern liegenden Strohſack finde.
Und das nennſt Du ein Bett, mein Kind?
Ich habe kein anderes, mein Herr. 8 Ich mag daſſelbe nicht und Du bekommſt de Thaler nicht.
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