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denn der König allein wußte und hatte immer gewußt, daß derſelbe eine Frau wäre, und der ganze Streit, welchen der Chevalier mit dem Bureau der auswärtigen Angelegenheiten
erfolgten Tode mit Sicherheit konſtatirt worden iſt. Charlotte Genoveve Louiſe Auguſte Andreas Timotheus d'Eon de Beaumont war 1728 zu Tonnerre in Burgund geboren und wurde von ſei⸗ nem Vater, einem Gerichtsrathe, in männlicher Tracht erzogen. Nach Beendigung ſeiner Studien wurde er als franzöſiſcher Geſand⸗ ſchaftsſekretair nach Rußland geſchickt, und es kann als ein Zei⸗ chen ſeiuer Befähigung betrachtet werden, daß Lndwig XV. eine geheime Correſpondenz mit ihm unterhielt. Nach Frankreich zu⸗ rückgekehrt machte er den Feldzug von 1761 als Dragoner⸗Ka⸗ pitain und Adjutant des Marſchalls Broglie mit, und bei Oſter⸗ wick griff er ein preußiſches Bataillon ſo kräftig an, daß es die Waffen ſtreckte. Nach dem Frieden begleitete er den Herzog von Nivernais als Geſandſchaftsſekretair nach London, ſetzte auch von hier aus ſeine geheime Correſpondenz mit dem König fort und war die eigentliche Seele der Geſandſchaft. Als der Herzog ſeinen Poſten bald wieder verließ, führte er als Re⸗ ſident die Geſchäfte fort und wurde, da ſich die Ankunft des neuen Geſandten verzögerte, zum bevollmächtigten Miniſter ernannt. Dieſe ſchnelle Erhöhung ſcheint dem jungen Manne den Kopf ver⸗ dreht zu haben, und als der neue Geſandte, Graf von Guerchy, ankam, entſtanden bald ſehr heftige Zerwürfniſſe zwiſchen beiden, welche ſowohl in des Geſandten Geiz wie in d'Eons Eitelkeit und Vertrauen auf den geheimen Schutz des Königs, ihren Grund hatten. Der kecke Ritter drohte ſogar dem Chef der Ambaſſade öf⸗ fentlich mit Thätlichkeiten oder vollführte ſie gar wirklich, ſo daß man einen Friedensrichter holen und ihn verhaften laſſen mußte. In Folge deſſen ward ihm der Hof verboten, und um ſich an Guerchy und deſſen Patron, dem Herzoge von Choiſeul, zu rächen, veröf⸗ fentlicht er nun die„Lettres, Mémoires et Näégociations par- ticulières du Chevalier d'Eon. Dies Buch machte ungeheures Aufſehen und würde dem Schreiber üble Folgen zugezogen haben, wenn er nicht in Ludwig XV. einen geheimen Beſchützer gefunden hätte. Man wollte ihn von London entführen und in die Baſtille bringen laſſen; aber der König warnte ihn und be⸗ willigte ihm eine Penſion von 12000 Livres, als er mit der Ver⸗ öffentlichung ſeiner geheimen Correſpondenz demſelben drohte. Aber wenn er auch gegen die Verfolgungen des Miniſteriums ge⸗ ſichert war, ſo hatte er doch noch die bittere Feindſchaft der be⸗


