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ſprach mit ihm von meinem Bruder, und er verſprach mir gütigſt, ihn zu beſchützen. Ein anderer junger vornehmer Herr, welcher ein Geſpräch mit mir anknüpfte, bat mich, ihn zu beſuchen: dies war der Herzog von Matalone.
Ich erzählte ihm, daß ich ihn als Kind vor acht Jah⸗ ren in Neapel geſehen, und daß ich gegen ſeinen Onkel Don Lelio große Verpflichtungen habe. Der junge Herzog war ſehr erfreut darüber, und wir wurden genau mit einander bekannt.
Mein Bruder kam im Frühjahre 1751 nach Paris und
wohnte bei Madame Querini. Er fing an mit Erfolg fuͤr
Privatleute zu arbeiten, aber da ſein Hauptzweck war ein Gemälde zu vollenden, welches er dem Urtheile der Akade⸗ mie übergeben könnte, ſo ſtellte ich ihn Herrn von Marigni vor, welcher ihn mit großer Auszeichnung aufnahm und ihm ſeinen Schutz verſprach. Demgemäß legte er ſich aufs Studium und betrieb daſſelbe mich großem Eifer.
Herr von Moroſtini kehrte nach Beendigung ſeiner ge⸗ ſandſchaftlichen Stellung nach Venedig zuruͤck und wurde durch Herrn von Moncenigo erſetzt. Ich war demſelben
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durch Herrn v. Bragadino empfohlen, und er eröffnete mir, wie
meinem Bruder ſein Haus, welchen letztern er als Ve⸗
netianer und jungen Künſtler, der durch ſein Talent Glück zu machen ſuchte, in ſeinen Schutz nahm.
Herr von Moncenigo war von ſanftem Charakter; er liebte das Spiel und verlor immer, er liebte die Frauen und liebte unglücklich, weil er ſich nicht zu benehmen wußte. Zwei Jahre nach nach ſeiner Ankunft in Paris verliebte er
ſich in Frau von Colande, und da er deren Liebe nicht er⸗
ringen konnte, ſo tödtete er ſich. Die Frau Dauphine kam mit dem Herzoge von Bur⸗ gund nieder, und die Luſtbarkeiten, welche bei dieſer Gele⸗
genheit ſtattfanden, ſcheinen mir jetzt unglaublich, wenn ich
bedenke, was dieſelbe Nation gegen ihren König gethan hat. Die Nation will ſich frei machen, ihr Chrgeiz iſt edel, denn der Menſch iſt nicht gemacht, um ſich als Sklave dem Willen eines andern zu fuügen; aber was ſoll unter einer volkreichen, großen, geiſtreichen und wankelmüthigen Na⸗


