Teil eines Werkes 
4. Bd. (1850)
Entstehung
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meine Ehre zu erfordern, daß ich ihr beweiſe, daß ſie ſich täuſcht.

Nach dieſem Monologe, der mich noch mehr aufgeregt hatte, beſchloß ich, mich am folgenden Tage vor der Abreiſe zu erklären. Ich werde, ſagte ich zu mir, ſie um die Ge⸗

fälligkeiten bitten, welche ihr Capitain mit ſo leichter Mühe Won ihr erlangt hat, und wenn ſie mir dieſelben verweigert,

ſo werde ich mich dadurch rächen, daß ich ihr, ehe wir in Parma ankommen, kalte und gründliche Verachtung bezeige. Es war mir klar, daß ſte mir wahre oder falſche Zeichen der Zärtlichkeit nur dann verweigern könnte, wenn ſie eine Tugend, die ſie nicht beſaß, affektiren wollte. Da aber dieſe Tugend nur erheuchelt war, ſo wollte ich nicht das Spiel⸗ werk derſelben ſein.

Was den Offtzier betraf, ſo war ich nach dem, was er zu mir geſagt, überzeugt, daß er eine Erklärung von meiner Seite nicht übel nehmen würde, denn bei ſeinem ge⸗ ſunden Menſchenverſtande konnte er nur neutral bleiben.

Befriedigt von meinen Ueberlegungen und mich in meinem Entſchluſſe feſt fühlend, lege ich mich zu Bett. Henriette beſchäftigte mich zu ſehr, als daß ihr Bild mir nicht hätte im Traume erſcheinen ſollen; aber dieſer Traum, welcher die ganze Nacht dauerte, trug ſo ſehr das Gepräge der Wahrheit, daß ich ſie bei meinem Erwachen an meiner Seite ſuchte; und die zauberhaften Bilder dieſer Nacht hat⸗ ten einen ſo ſtarken Eindruck auf meine Phantaſte gemacht, daß, wäre meine Thür nicht verriegelt geweſen, ich geglaubt haben würde, ſie habe mich während meines Schlafes ver⸗ laſſen, um ſich wieder zu dem guten Ungarn zu legen.

Bei meinem Erwachen fand ich, daß der ununterbrochene Traum dieſer glücklichen Nacht mich bis zum Raſendwer⸗ den in dieſe ſchöne Perſon verliebt gemacht hatte, und das konnte nicht anders ſein. Denke ſich der Leſer einen armen Teufel, welcher ſich todtmüde und halb verhungert zu Bette legt; er erliegt dem Schlafe, dieſem gebieteriſchſten aller

Bedürfniſſe; aber im Schlafe ſieht er ſich an einen reich be⸗ deckten Tiſch verſetzt was wird die Folge davon ſein? Das nothwendige Reſultat. Sein mehr als am vorigen

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