Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

201 1

*

erſt um acht Uhr ſichtbar, und ich kehre in den Gaſthof zurück.

3

Nach dem Feuer, welches in mir glühte, nach dem

Eifer, mit welchem ich mich dieſer Sache angenommen, müßte man glauben, und ich könnte dies meinen Leſer glauben laſſen, mein Unwille ſei nur aus dem Abſcheu ent⸗ ſprungen, welcher in mir dadurch entſtanden, daß ich eine ſtttenloſe, unmoraliſche und drückende Polizei eine ſcheußliche Verfolgung gegen einen Fremden hatte ausüben ſehen; aber warum ſollte ich meinen freundlichen Leſer, dem ich die verſprochene Wahrheit ſchuldig bin, täuſchen? Ich will alſo

lieber ſagen, daß ich allerdings Unwillen empfand, daß aber

ein perſönlicherer Grund mich ſo ſehr in Hitze ſetzte. Ich ſtellte mir das unter der Bettdecke verborgene Mädchen reizend vor, ich brannnte vor Ungeduld, ihre Figur zu ſehen, welche ſie ohne Zweifel aus Schaam nicht zu zeigen gewagt. Sie hatte mich gehört und meine Eigenliebe geſtattete mir nicht zu zweifeln, daß ſie mich über ihren Capitain ſtellen würde.

Da die Thüre des Zimmers offen geblieben war, ſo trat ich ein und erſtattete dem Capitain Bericht von Allem, was ich gethan, indem ich ihm zugleich verſicherte, daß er im Laufe des Tages im Stande ſein würde, auf Koſten des Biſchofs abzureiſen, denn der General würde nicht erman⸗ geln, ihm vollſtändige Genugthuung zu geben. Er dankte mir freundlichſt, gab mir meine acht Dukaten zurück und ſagte, er würde erſt am folgenden Tage abreiſen. Aus welchem Lande, ſagte ich, iſt Ihr Reiſegefährte?

Er iſt Franzoſe, und ſpricht nur ſeine Sprache. Sie ſprechen alſo franzöſiſch?

Kein Wort.

Das iſt luſtig! Sie führen alſo Pantomimen auf?

Durchaus.

Ich bedaure Sie, denn das iſt eine ſchwierige Sprache.

Allerdings in Betreff der feinen Schattirungen der Be⸗ griffe; was aber das Materielle anbetrifft, ſo verſtehen wir uns vollkommen.

Darf ich mich zum Frühſtück bei Ihnen einladen? Fragen Sie ihn, ob er es gern ſehen wird.

1 F 8 54 4 1 5 4 8 E* 1 d

ͦ⸗