Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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Ich frage nichts danach. Die Mühe, welche das koſtet, iſt mir läſtiger, als die kleine Unbequemlichkeit, an welche ich gewöhnt bin.

Ich denke nicht wie Sie, denn die Liebesfreuden ſind ge⸗ ſchmacklos, wenn die Liebe ſie nicht würzt. Scheint Ihnen z. B. jener Klater den Schmerz, welchen ich jetzt leide, z verdienen?

Nein, gewiß nicht, und deshalb thut mir die Sache leid. Hätte ich es gewußt, ſo würde ich Ihnen eine beſſere Bekanntſchaft haben verſchaffen können.

Die beſte dieſer Art iſt nicht meine Geſundheit werth, welche nur der Liebe geopfert werden darf.

Sie verlangen alſo Frauen, welche werth ſind, geliebt zu werden? Wir haben hier einige ſolche. Bleiben Sie, und wenn Sie geheilt find, können Sie Eroberungen machen.

O Neilan war zweiundzwanzig Jahre alt; ſein Vater war als General geſtorben, und die ſchöne Gräfin Borſati war ſeine Schweſter. Er zeigte mir eine Gräfin Zanardi Nerli, matehe goch ſchöner war; aber ich war klug genug,

im N eeiner oon beiden anzubieten: es kam mir ſo vor, afs ob Alle meinen Zuſtand errathen müßten. Ich habe nie einen jungen Mann gekannt, welcher ſo ſehr wie O Neilan den Ausſchweifungen ergeben war. Ich bin oft Nachts mit ihm umhergelaufen, und ich erſtaunte über ſeine Kühnheit und ſeinen Cynismus. Er war indeß edel, hochherzig, tapfer und voll Ehrgefühl.

Wenn die jungen Offiziere ſich damals ſo viele un⸗

wagten, was nicht ſelten vorkam, ſo war es weniger ihre Schuld, als die Schuld der Privilegien, deren ſie ſich aus

Folgendes mag als Beiſpiel dienen.

O Neilan ſprengte eines Tages mit verhängtem Zügel in die Stadt. Eine gute alte Frau, welche über die Straße geht, hat nicht Zeit ihm auszuweichen, und das Pferd zer⸗ ſchmettert ihr den Kopf. O⸗Neilan begiebt ſich in Arreſt, aber am folgenden Tage war er ſchon wieder in Freiheit,

moraliſche Sachen, ſo viele Scheußlichkeiten zu erlauben

Gewohnheit, aus Nachſicht und aus Kaſtengeiſt erfreuten.