Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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und brave Mann, welcher überzeugt war, daß er mir ſeine Ehre und die Ehre ſeiner Tochter und Familie verdanke, ſprach mit mir und betrachtete mich mit der größten Be⸗ wunderung. Er freute ſich indeß, ſchon vor meiner Mit⸗ theilung gewußt zu haben, daß ich mit ſeiner Tochter ge⸗ ſprochen, als ſie aus dem Poſtſchiffe geſtiegen.

Ich begab mich am nächſten Tage ſehr zeitig zu mei⸗ ner Schönen, und obwohl es gefährlich war, lange allein mit ihr zu bleiben, ſo beſchäftigte uns doch dieſer Gedanke nur ſehr wenig, oder wenn wir daran dachten, ſo geſchah es nur, um die wenigen Augenblicke, welche die Liebe uns noch ließ, deſto beſſer zu benutzen.

Nachdem wir bis zur äußerſten Erſchöpfung Alles ge⸗ noſſen was die gluhendſte Zärtlichkeit zwei jungen kräftigen und leidenſchaftlichen Liebenden an ſüßen Freuden darbieten kann, kleidete ſich meine junge Gräfin an, zog ihre Schuhe an, und ihre Pantoffeln küſſend, ſagte ſie, ſie würde ſich von denſelben nur mit dem Tode trennen. Ich bat ſie um eine Haarlocke, welche ſie mir augenblicklich gab; ſie ſollte das Seitenſtück zu der von Madame F. bilden, welche ich noch trug.

Gegen die Zeit der Dämmerung begaben der Graf, ſein Sohn, die Herren Dandolo, Barbaro und ich uns zur Gräfin. Sobald ſie ihren Vater erblickte, ſtürzte ſie ſich ihm zu Füßen, und er hob ſie, heiße Thränen weinend, auf, umarmte ſie, verzieh ihr und gab ihr ſeinen väterlichen Segen. Alles hatte den Charakter der Zärtlichkeit, des Ge⸗ fühls und der Liebe. Eine Stunde darauf geleiteten wir die Familie nach ihrem Gaſthofe und nachdem wir ihnen eine glückliche Reiſe gewünſcht, kehrte ich mit meinen beiden Freunden zu Herrn von Bragadino zurück, dem ich erzählte, was vorgefallen. 4

Am folgenden Morgen glaubten wir, ſie wären abgereiſt, als wir ſie in einer ſechsrudrigen Peotte auf unſern Palaſt zukommen ſahen. Sie hatten Venedig nicht verlaſſen wollen

ohne uns noch einmal zu ſehen und ohne uns für den großen

Dienſt zu danken, den, wie ſie glaubten, wir und beſonders ich ihnen erwieſen. Herr von Bragadino, der die junge