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Warum, mein Theurer, bitteſt Du Herrn l'Abbadie nicht um dieſe Gefälligkeit?
Das wage ich nicht, mein Vater.
Wage es; ich bin überzeugt, daß er Dir gern dieſe Summe leihen wird.
Ich zweifle ſehr; aber ich will verſuchen.
Ich beſuchte ihn am folgenden Tage, und nach einem kurzen höflichen Eingange bat ich ihn, mir dieſen Dienſt zu leiſten. Er entſchuldigte ſich ebenfalls mit großer Höflich⸗ keit und ertränkte ſeine Weigerung in jenen tauſend Ge⸗ meinplätzen, welche man anzuführen nicht ermangelt, wenn man eine Gefälligkeit nicht erweiſen kann oder will. Da wäh⸗ rend deſſen Zawoiski hinzukam, ſo grüßte ich und ging weg. Schnell lief ich zu meinem Patrone, um ihm von meinem
erfolgloſen Schritt Bericht zu erſtatten. Er ſagte, dieſem Franzoſen fehle es an Geiſt.
Gerade an dieſem Tage ſollte ſein Ernennungsdekret im Senate zur Erörterung kommen. Ich ging aus, um meinen Geſchäften, d. h. meinen Vergnügungen nachzugehen, und da ich erſt nach Mitternacht nach Hauſe kam, ſo legte ich mich ſchlafen, ohne meinen Vater zu ſehen. Am fol⸗ genden Tage wünſchte ich ihm einen guten Morgen und ſagte, ich wolle den neuen Inſpektor becomplimentiren.
Spare Dir dieſe Mühe, mein Freund, denn der Senat hat den Vorſchlag verworfen.
Wie das? Vor drei Tagen war l'Abbadie des Gegen⸗ theils ſicher.
Er täuſchte ſich nicht; denn das Dekret würde zu ſei⸗ nen Gunſten ausgefallen ſein, wenn ich mich nicht veranlaßt gefunden hätte, gegen ihn aufzutreten. Ich habe dem Se⸗ nat bewieſen, daß eine geſunde Politik uns nicht geſtatte, einem Fremden eine ſo wichtige Stellung anzuvertrauen.
Ich wundere mich darüber, denn Ew. Excellenz dachte vorgeſtern nicht ſo.
Das iſt wahr, aber damals kannte ich ihn noch nicht. t Geſtern wurde ich gewahr, daß dieſer Mann nicht Kopf ge⸗ e nug für die von ihm nachgeſuchte Stelle habe. Kann er⸗ wohl ein geſundes Urtheil
haben und Dir hundert Zechinen


