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¹„Weshalb nicht, wenn Sie ſich weigern, morgen bei ihm zu ſpeiſen?“
„Sagen Sie Sr. Hoheit, daß ich in einem ſolchen Falle gehorſam bin und ſeinen Befehlen gehorchen werde. Wollen Sie ſo gütig ſein, mich ſogleich vorzuſtellen?“
„Er hat ſich zurückgezogen; doch kommen Sie morgen Mittag zu mir.“
Er reichte mir die Hand und entfernte ſich.
Ich verfehlte nicht, mich einzuſtellen. Als der Graf mich aber präſentirte, ſpielte ich eine ziemlich traurige Figur. Der Churfürſt befand ſich in der Mitte von fünf oder ſechs Höflingen, und da ich ihn niemals geſehen hatte, ſuchte ich einen Geiſtlichen, den meine Augen nirgends fanden. Er bemerkte meine Verlegen⸗ heit und beeilte ſich, derſelben ein Ende zu machen, indem er in ſchlechtem Venetianiſch ſagte:
„Ich trage heut das Gewand als Großmeiſter des deutſchen Ordens.“
Ungeachtet ſeines Koſtüms machte ich die gewöhn⸗ liche Kniebeugung, und als ich ihm die Hand küſſen wollte, verhinderte er dies, indem er die meinige freundlich drückte.
„Ich war in Venedig,“ ſagte er,„als Sie in den Bleigefängniſſen waren, und mein Neffe, der Churfürſt von Baiern, theilte mir mit, daß Sie nach Ihrer glück⸗ lichen Flucht ſich einige Zeit in München aufgehalten hätten. Wären Sie nach Köln gekommen, hätte ich Sie hier zurückgehalten. Ich hoffe, daß Sie uns nach dem Diner die Erzählung Ihrer Flucht zum Beſten geben, daß Sie zum Souper bleiben und ſich bei einem kleinen Balle, auf dem wir uns unterhalten, zu den Unſerigen zählen.“
Ich verpflichtete mich zu der Erzählung, voraus⸗ geſetzt, daß er die Geduld haben würde, mich bis zu Ende anzuhören, indem ich ihn darauf aufmerkſam


