Teil eines Werkes 
2. Th. (1806)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

— 37—

ſehr leichtes und gefaͤlliges Anſehen. Jeder Ruſſe, der die Treppen hinauf ſtieg, die zu der Thuͤr fuͤhr⸗ ten, hob vorher ſeine Augen gegen das kleine Bild⸗ niß der Jungfrau empor, welches auf den Kranz⸗ leiſten angebracht iſt; nachdem er ſein Haupt entbloͤßt, verneigte er ſich, und machte mit dem Daumen und dem Zeigeſinger vor ſich das Kreuz. Die Jungfrau war mit einer Haube von Silber verzieret. Haͤtte ſie nicht die plumpe und elende Einbildungskraft des Malers geſchaffen: ſo waͤre zu glauben geweſen, daß eine der Nymphen, die wir zwiſchen Friedrichsham und dieſem Orte ſahen, als Modell hiezu geſeſſen haͤtte. Sie war von dunkelbrauner Farbe, und hatte nicht die mindeſte Aehnlichkeit mit irgend einem Ge⸗

maͤlde von Vandyk’ heiliger Familie.

Aus der griechiſchen Kirche ſind Gemaͤlde, muſikaliſche Inſtrumente und Sitze verbannt. Selbſt der Kaiſer und die Kaiſerinn haben hier nicht die Erlaubniß, die man in Verſammlungs⸗ zimmern hat. Es giebt darin keine ausgeſtopfte Kiſſen, keine ausgepolſterte Stuͤhle, die zur Ruhe einladen. Als ich in die Kirche trat, ſeegneten ſich die Leute, buͤckten ſich, und gien⸗ gen dann ſchnell zu einem Diener der Kirche, der ein reiches Kleid trug; dieſem gaben ſie eins von den kleinen Geldſtuͤcken, und erhielten