Teil eines Werkes 
1. Th. (1806)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

15

Schlamm geworden, war die Stadt ein bedeus tender Handelsplatz; jetzt iſt ſie huuptſaͤchlich mit Kraͤmern und Paͤchtern angefuͤllt, und da⸗ durch, daß die Paquetböte von Toͤn ningen hieher verlegt worden ſind, iſt ein bedeutendes Geld unter die Einwohner gekommen. Es iſt vielmehr eine große Stadt; Linden wachſen vor den Haͤuſern, deren Daͤcher ſehr hoch ſind, und das Anſehn von Stufen haben; dieſe ſehr

großen Ueberſaͤtze machen eine aͤußerſt unange⸗

nehme Wirkung. Es iſt hier ein Schloß mit Gaͤrten, dem Herzog von Holſtein gehorig, al⸗

lein ſie ſind keiner weitern Bemerkung werth. Dieſer froͤhliche Tag endigte ſich aber mit

Unmaͤßigkeit; ich glaube, es waren dort viele vergnuͤgte Herzen, allein nicht eine einzige Per⸗ ſon, die Kopfweh gehabt haͤtte. Des Abends zogen mich eine Violine und eine Trommel in eine Stube, wo die froͤlichen Bauern walzten. Himmel! was fuͤr Bewegungen! Bey einem Franzoſen wuͤrden ſich die Haare in die Hoͤhe gehoben haben, haͤtte er die ſchwere Feyerlich⸗ keit von dieſen Taͤnzern geſehen. Die Frauen⸗ zimmer hatten voͤllig das Anſehen, als waͤren ſie Tonnen, die ſich dreheten, und ihre galan⸗ ten Taͤnzer legten nie die Taba köpleiſen aus ihrem Munde.

y