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ſagt gleichfalls, die indiſchen Soldaten haͤtten in den Truͤmmern zu Denderah ihre Tempel zu ſehen geglaubt. Es iſt allerdings eine auffallende Aehnlichkeit zwiſchen den maͤchtigen Bauwerken Indiens und Aegyptens, ja ſelbſt die geringeren Zubehoͤrungen, der Phallus, die Lotusblume, die Schlange findet man hier wie dort; aber dagegen bemerkt man auch eben ſo große Verſchiedenheiten, welche die Gruͤnde fuͤr eine gemeinſchaftliche Ab⸗ ſtammung widerlegen, und betrachtet man den phy⸗ ſiſchen, moraliſchen und religioͤſen Charakter beider Voͤlker, ſo haben ſie nichts gemein. Nie ſcheinen die Indier unterirdiſche Graͤber, Mumien, Fresko⸗ gemaͤhlde oder Hieroglyphen gehabt zu haben. Die enge Verbindung der Voͤlker des Morgenlandes zu einer Zeit, wo ſie noch derſelbe Glaube vereinte, moͤchte jene Aehnlichkeiten erklaͤren. Man koͤnnte aber vielleicht fragen, ob nicht die Baumeiſter und Kuͤnſtler bei den Indiern, wie bei den Aegyptern, von fremder Abſtammung geweſen ſein moͤchten, die ſich in den Verzierungen ihrer Werke nach den An⸗ ſichten und Vorurtheilen der Laͤnder richteten, wo ſie ſich angeſiedelt hatten.
Zum zweiten Theile.
S. 58. Man vergleiche, was O. Fr. von Rich⸗ ter(Wallfahrten im Morgenlande, S. 129 ff.)


