Teil eines Werkes 
3. Th. (1826)
Entstehung
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letzten Lebensjahre am See zuzubringen. Unſer freund⸗ licher Wirth hatte eine Synagoge in ſeinem Hauſe, und einen Rabbi, der ſie bediente, und ſeine Frau, die halb ſo alt war als er, und ſeine ſaͤmmtlichen Dienſtboten wohnten dem Gottesdienſte taͤglich zwei⸗ mahl bei.

Am Abende unſerer Ankunft gingen wir auf dem platten Dache des Hauſes umher, um die kuͤhle Luft zu genießen. Es war Mondſchein, und der See mit ſeinem Geſtade bildete ein unbeſchreiblich ſchoͤnes Land⸗ ſchaftbild. Man erinnerte ſich jener, freilich ſo ganz verſchiedenen Nacht, wo Chriſtus auf den Wellen wandelte, ſeine Juͤnger zu befreien. Die Gegend von Tiberias bietet eine Landſchaft dar, wo die Natur noch immer ein ſo erhabenes und liebliches Bild zeigt, als in den Tagen, da der Herr mit ſeiner Gnade ſie heimſuchte. Kein Fluch ruht auf dieſen Geſtaden, wie auf den Ufern des todten Meeres, ſondern eine heilige Stille, eine hehre Schoͤnheit, die unwiderſtehlich reizend ſind.

Der See iſt gegen vierzig Meilen lang und fuͤnf Meilen breit. Die Fiſche, die darin leben, ſind von dem herrlichſten Wohlgeſchmacke und haben ziemlich die

Groͤße und Farbe einer Barbe. Die Boͤte, womit man den See befaͤhrt, ſind zu gewiſſen Zeiten ploͤtz⸗

lichen Windſtoͤßen ausgeſetzt, die zwiſchen den Bergen hervorbrechen. Das Waſſer iſt ganz ſuͤß und hell. Man ſieht den Jordan am noͤrdlichen Geſtade einfal⸗