Teil eines Werkes 
3. Th. (1826)
Entstehung
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einer neuen Mauer umgeben. Wir mußten hier mehre Tage verweilen, um eine Gelegenheit nach Damaſchk zu erwarten, und hatten haͤufig Veran⸗ laſſung, die Wirkungen des Krieges zwiſchen den beiden Machthabern zu beobachten. Oft wurden an einem Tage vier bis fuͤnf Menſchenkoͤpfe hereinge⸗ bracht, welche die Kriegsvoͤlker des Paſchas feindli⸗ chen Irrlaͤufern, oder wenn es daran fehlte, auch wohl armen Bauern abgeſchnitten hatten. Dieſer Krieg war bloß durch Privatzwiſte veranlaßt und von der Pforte nicht gebilligt worden.

Der junge Paſcha von Aka der ſich ſehr toll⸗ kuͤhn und unlenkſam zeigte, widerſetzte ſich mit Hilfe der kriegeriſchen Gebirgwohner vom Libanon dem ſaͤrkeren Paſcha von Damaſchk nacht ohne gluͤckli⸗ chen Erfolg. Er hatte ſich vorgenommen, rings um die Stadt einen tiefen und breiten Graben zu zie⸗ hen, um auf beiden Seiten eine Verbindung mit dem Meere zu eroͤffnen. Dieß war allerdings aus⸗ fuͤhrbar, da die Landſpitze, worauf die Stadt ſteht, ſich ziemlich weit in's Meer erſtreckt, aber waͤre der Graben vollendet worden, ſo haͤtte er zur Verthei⸗ digung der Stadt doch auf keine Weiſe beitragen koͤnnen, da er uͤber eine halbe Stunde entfernt war, und ein angreifender Feind wuͤrde es nicht ſchwer gefunden haben, zur Nachtzeit hinuͤber zu kommen. Der Paſcha meinte jedoch, der Ort wuͤrde unbezwinglich ſein, wenn das Waſſer ihn rings umfloͤſſe, und um

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