Teil eines Werkes 
1. Th. (1826)
Entstehung
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iſt. Seine ſchoͤne Tochter wurde vor einigen Jah⸗ ren von einem betrunkenen Tuͤrken erſchoſſen, als ſie zwiſchen ihrer Mutter und Schweſter durch die Straße ritt. Ein gruͤner Schleier, den ſie trug, war, wie man glaubt, die Veranlaſſung dieſes Fre⸗ vels. Die heilige Farbe des Profeten iſt den Chri⸗ ſten durchaus verboten, und ſelbſt einen gruͤnen Re⸗ genſchirm hier ſehen zu laſſen, wuͤrde gefaͤhrlich ſein.

Der Zug der Karawanen, die auf ihrem Wege aus dem innern Afrika durch Kahira nach Mekka ziehen, gewaͤhrt ein anziehendes Schauſpiel. Sie beſtehen aus vielen Voͤlkerſchaften, die alle ihre ver⸗ ſchiedenen Fahnen haben. Man ſieht hier ziem⸗ lich viele Hadſchi oder Pilger aus Mekka. Dieſe Leute muͤſſen die Vorrechte, die ſie erwerben, theuer erkaufen, denn die Pilgerfahrt iſt mit unge⸗ meinen Beſchwerden und Muͤhſeligkeiten verknuͤpft. Die Wallfahrt eines Chriſten nach Jeruſalem iſt ein Spaß gegen die Pilgerreiſe eines Moslim, der oft aus dem innern Afrika kommt. Er muß durch unermeßliche Sandwuͤſten wandern, Durſt und Hit⸗ ze im Uebermaaß ertragen, und nichts als eine gluͤhende, wiewohl mißverſtandene fromme Schwaͤrme⸗ rei kann ſeinem Leibe oder ſeinem Gemuͤthe Kraft dazu geben. Die Kaufleute, welche dieſe Reiſe hauptſaͤchlich des Gewinnes wegen unternehmen, zie⸗ 11*

ty, der ein ſehr verſtaͤndiger und gebildeter Mann