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jetzt in vielen Dingen Veränderungen eintreten laſſen. Ein Vormund, der in ſeinem Haus eine Mündel beſitzt, die er je eher, je lieber an den Mann zu bringen ſuchen muß“
„Und warum denn das?“
„Du fragſt noch! Schon ehe ſie hieherkam, warſt Du ja ganz unruhig, wie ſie wohl verſorgt werden könnte.“
Der Kriegsrath erröthete und ließ ſeine Doſe im⸗ mer ſchnellere Kreiſe zwiſchen den Fingern beſchreiben.“
Der Doktor that, als ob er dieß nicht ſähe, und fuhr fort:
„Dieſes junge, unerfahrene und verteufelt ſchöne, taubenartige Weſen darf nicht ohne einen Führer in die Welt hinausgelaſſen werden, denn— um in der Bilderſprache zu reden— das Fahrzeug ihres Lebens würde ohne Steuermann gegen einen ganzen Kranz von Liebesbrandungen antreiben.“
Der Kriegsrath erröthete immer tiefer, antwortete aber nichts.
„Lars Moritz iſt auch dieſer Anſicht, Bruder.. Du mußt nachgeben.“
„Aber ſo bedenke doch meine Gewohnheiten, mei⸗ nen Abſcheu vor dem Geſellſchaftsleben, meinen Wider⸗ willen gegen dieſes einfältige, nichts ſagende Geſchwaͤtz, womit ſolche junge Fante ſich oft intereſſant zu machen meinen.“
„Das iſt die Sprache der Jugend,“ verſetzte der Doktor mit einem andächtigen Sehnſuchtsſeufzer,„und wir, die wir die Jugend hinter uns haben, müſſen Ge⸗ duld damit tragen. Inzwiſchen brauchſt ja Du nicht darunter zu leiden.“
„Aber ich leide doch darunter, ſage ich Dir.. das weiß ich am beſten.“
„Ja, wie gegenwärtig— aber warum brauchſt Du Dich denn zu zwingen?“
„Wie— Du machſt den Vorſchlag?“


