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ſeine Hand annehmen, obgleich ſie entſchloſſen wäre, ſich mit keinem andern Mann zu verbinden. Ihre wohlwollende Vertraute hatte zu viel Erfahrung in dergleichen Neigungen, als das ſie der erſten Verſiche⸗ rung Glauben ſchenken konnte; ſie hatte an ſich ſelbſt die zerſtörende Wirkung geſcheiterte Liebe wahrgenom⸗ men und wollte jene, die ſie mit mütterlicher Zärtlich⸗ keit betrachtete, vor ſolchem Jammer bewahren.
Die Umſtände ſchienen dieſes Vorhaben zu begün⸗ ſtigen, denn bald hernach meldete Major Hinderſon die Rückkehr ſeines Neffen, der zugleich um Erlaub⸗ niß bat, Oberſt Wentworths Familie in Plymouth be⸗ ſuchen zu dürfen. Die Bitte wurde freundlich ge⸗ währt, aber erſt am Tage vor ſeiner Ankunft erfuhr die am meiſten dabei betheiligte Perſon den Namen des erwarteten Gaſtes. Er überbrachte einen recht⸗ fertigenden Brief von Mrs. Willis, worin ein ande⸗ rer eingeſchloſſen war, in welchem Ausdrücke innigen Bedauern wegen der unverdienten Leiden und Glück⸗ wünſche über das veränderte Schickſal Emily's in einer von aufrichtiger Freundſchaft diktirten Sprache der Feder ihrer liebenswürdigen Tochter entfloſſen.
Wenn wahre Zerknirſchung, ehrfurchtsvolle Auf⸗ merkſamkeit und ergebene Liebe hinreichend erſcheinen, um einem ſchuldigen Geliebten Vergebung zu verſchaf⸗ fen, ſo hatte Arthur Graham offenbar hierauf Anſpruch zu machen; aber der Gegenſtand ſeiner Liebe blieb lange unerbittlich und(obgleich wir dieß nicht als eine unläugbare Thatſache behaupten wollen) die Sache wäre am Ende erfolglos geblieben, hätte nicht die unwiderſtehliche Fürſprache von Mrs. Wentworth eine entgegengeſetzte Entſcheidung herbeigeführt..
Die Eröffnungsſcene unſerer kleinen Geſchichte ſtellte eine Hochzeit dar; die Schlußſcene muß daſſelbe thun. Eine andere Emily, deren Wangen die reiche Blüthe von Jugend und Geſundheit bedeckten, deren leuchtende Augen, durch die Thränen ſchinnern, welche


