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feols; er iſt es, welcher, ohne irgend wie gereizt zu ein—“
„Der Name dieſes Sergeanten?
„Bonneville, Sir, von der zweiten Compagnie meines erſten Jägerbataillons, ein Neuling.“
„Ja, ich kenne ihn, er hat das Kreuz nicht. Ich habe ihn lüngſt vortreten laſſen, als ich gerade vor dem Mannufakturpoſten ſpazieren ging. Nun iſt die Sache genug abgehandelt; ſchreiben Sie von meiner Seite an den Kommandanten des Platzes, er ſolle die Exekution aufſchieben. Ihr Tambour bleibt in Haft bis zur weitern Unterſuchung, nachher wird man ſehen, was zu machen iſt. Ich will Etwas thun für einen Menſchen, dem ich die Erhaltung eines ſo verdienſtvollen Offiziers verdanke, wie Sie ſind, mein theurer General, und würde ſelbſt nicht abgeneigt ſein, ihn ſpäter wieder zu ſehen, wenn es Gelegen⸗ heit gäbe; ich habe meine Gründe dafür. Wo iſt er 2“⸗
„In der Abtei, Sir.“
„Nun gut, bringen Sie mir ihn morgen frühe. Ich will dem Herrn begreiflich machen—“
„Romeuf, Sir.“
„Ja Romeuf, daß die Siege über die Ruſſen und Preußen, welche wir geſchlagen haben und die wir wieder ſchlagen werden, wenn es ſich ſchickt, uns Opfer koſten; über ſie zu ſiegen, iſt nicht immer ſo leicht, als man ſich denkt,“ fügte Napoleon hinzu,„was nur dazu dient, das Verdienſt zu erhöhen. Halten Sie, General, Sie können dieſe Ordre überbringen, damit die Sachen in der Ordnung gehen mögen.“
Nachdem Napoleon einige Worte auf das Papier geſchrieben hatte, händigte er es dem General ein, den er mit einem ganz beſondern Wohlwollen ver⸗ abſchiedete. Michelin war entzückt, voll Begeiſterung und Enthuſtasmus.—
(Die Fortſetzung folgt.)


