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Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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429 ſagt Syrach, glaube ich. Nun, das iſt gleich, es war ein vernünftiger Mann, der dieſe Worte ſprach; der Herr Bruder kann ſie in der Bibel leſen.

Ich weiß, erwiederte der Rittmeiſter halb lächelnd; die Worte ſtehen bei Lucas, im zweiten Kapitel, vier⸗ zehnten Vers; aber ich glaube nicht, daß er ſie auf einen

ſolchen Fall angewendet wiſſen wollte, und überhaupt halte ich die Theorie des Herrn Schwiegervaters für allzuſtreng.

Durchaus nicht, eiferte der Poſtinſpektor.Der Herr Bruder muß bedenken, daß hier nicht allein die Rede von der Theorie iſt, ſondern auch von der Praris. Se⸗ hen Sie, das iſt etwas ganz anderes! Eine zwanzigjäh⸗ rige Erfahrung, wie die meine, kann, glaube ich, An⸗ ſpruch auf Einſicht in dieſer Sache machen, und deßhalb ſag' ich Ihnen frei, daß Sie für die Zukunft genug Ur⸗ ſache zur Reue bekommen werden, wenn wir hierin von verſchiedener Meinung ſind..

Der Rittmeiſter lachte und brachte die Unterhaltung auf etwas Anderes. Der Abend verfloß ruhig; die Lieb⸗ lingsgerichte des Poſtinſpektors waren auf dem Tiſche. Au⸗ guſte brachte ſelbſt nach dem Eſſen ſeine Pfeife herbei, und in ungewöhnlich guter Laune verfügte er ſich zu Bette und ſagte zu ſeiner Alten:Die Reiſe hieher war doch nicht ſo dumm. Wenn die andern Tage werden wie dieſer, ſo dürfte ich mich vielleicht einige Wochen hier verweilen. Der Rittmeiſter ein vernünftiger Mann Ordnung im Hauſe Auguſte gehorſam und aufmerkſam hm! es iſt nicht ſo dumm! Am folgenden Abend um ſieben Uhr wurden im Saale zu Sorrby Lieutenant Conſtantin Sterner und Fräulein Wilhelmine von Staͤlkrona in aller Stille getraut. Svallenius verrichtete die Ceremonie, und

die Probſtin machte die Wirthin, keine weitern Fremden

waren dazu eingeladen. Es war der ausdrückliche Wunſch der Braut, daß nur ihre nächſten Freunde der Hochzeit anwohnen ſollten; denn die Trauerzeit um die ſelige Ba⸗ ronin war bei weitem noch nicht zu Ende.

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