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Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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414 lächelnd ein.Gewiß hat ihn das Fräulein in ſeiner neuen Geſtalt nicht wieder erkannt.Nein, wahr⸗

haftig, ich erkannte ihn nicht, und thue es ſogar kaum

jetzt. Wir wurden erſt vor Kurzem durch den Brief des Rittmeiſters an Axel von der Komödie unterrichtet, die ſie aufgeführt haben, und wir ſind nöch ſo über die Umſtände dieſes Abenteuers erſtaunt daß es nicht zu verwundern iſt, wenn ich den Herrn Lieutenant für eine völlig unbekannte Perſon hielt.Nun ſiehſt du,

Conſtantin, das mag dir als ein Heilmittel gegen die

galoppirende Schwindſucht dienen. Nehme jetzt eine Taſſe Kaffee darauf, ſo wirſt du vollkommen kurirt ſeyn, ver⸗ ſicherte der Rittmeiſter.Das weiß ich eben nicht, entgegnete der Lieutenant mürriſch.Vielleicht wäre das Fräulein auf alle Fälle davon gelaufen, auch wenn ſie mich wieder erkannt hätte.O wenn Sie nichts An⸗ ders quält, als die Ungewißheit in dieſer Hinſicht, ſagte Wilhelmine mit einem heitern Lächeln,ſo kann ich Sie verſichern Conſtantins Augen klärten ſich ſchnell auf, daß ich ganz auf dieſelbe Art gethan haben würde, auch wenn ich Sie wieder erkannt hätte.Und hätten Sie auch ganz dieſelben Worte geſagt? fragte der Lieu⸗ tenant mit zitternder Stimme.Ja, ich glaube faſt. Der Lieutenant ſetzte die Kaffeeſchaale nieder, warf dem Fräulein einen erlöſchenden Blick zu, und ging auf ſein Zimmer, wo er den ganzen Abend blieb. Nachdem man nun vieles hin und hergeſprochen hatte, machte ſich Au⸗ guſte bereit, der Probſtin zu einer Generalmuſterung des Hauſes zu folgen. Zuerſt giengen ſie durch alle Zimmer; dann kam die Reihe an die Küche, den Keller, die Spei⸗ ſekammer und das Waſchhaus und ſo fort, wozu ſie alle Schlüſſel und noch oben drein eine Menge guter und nützlicher Rathſchläge erhielt, von welchen die wichtig⸗ ſten die waren, das Geſinde immer ſtrenge zu halten, die Mägde an Arbeitſamkeit zu gewöhnen, ihnen nicht zuviel zu Eſſen zu geben und endlich ſich in allen wich⸗