412 aber ſieh', hier ſind alle unſere Freunde.“— Man hatte vor der großen Treppe gehalten, von wo aus die Probſtin, der Pfarrer ſelbſt, die Fräuleins von Stälkrona und Kor⸗ net Arel die Angekommenen mit einem Regen von Be⸗ willkommnungsworten begrüßten, und das junge Paar durch einen geräumigen hellen Saal in ein großes, mit verſchwenderiſcher Pracht meublirtes Zimmer führten, wo der vollendetſte Kaffeetiſch, der je das ſchmachtende Auge eines Reiſenden erfreute, alle ſeine Herrlichkeiten ausbreitete und vertraulich zum Genuſſe ſeines Ueber⸗
fluſſes einlud. Nachdem alle Hände dienſtfertig der jun⸗
gen Frau aus ihren Reiſekleidern geholfen hatten, ward ſie von dem Pfarrer Svallenius zu, dem feſtlich ge⸗ ſchmückten Ehrenſitze geführt, und die Frau Probſtin hielt ſtehenden Fußes eine Rede, durch deren Auslaſſung ich gewiß die Dankbarkeit meiner Leſer erwerbe. Es iſt jedoch meine Pflicht, zu erwähnen, daß die Hauptbeſtand⸗ theile derſelben eine hübſche Lobrede ihrer eigenen Be⸗ mühung war, das Haus nach beſtem Vermögen zur An⸗ kunft ſeiner Herrin hergerichtet zu haben. Darauf folgte
ein feierlicher Glückwunſch, deſſen Schlußworte eigentlich leiſe ſeyn ſollten, die aber laut genug ausgeſprochen
wurden, um von Allen gehört zu werden:„Es iſt nicht
eben ſchwer, auf Glück zu hoffen, wenn man bereits das
Vornehmſte beſitzt; ich meine, wenn man mit einem ſo überaus liebenswürdigen und verſtändigen Manne ver⸗ einigt iſt, wie der Rittmeiſter Einer iſt.“— Auguſte dankte Frau Svallenius mit einem herzlichen Häͤndedruck und einem ſprechenden Lächeln. für dieſe Ueberzeugung. Und da die Probſtin nun auf Sterners Anmahnung ſich niederſetzte, um den Kaffee einzuſchenken, nahm dieſer die Gelegenheit wahr, und fuͤhrte Wilhelminen zu ſeiner Frau, indem er ſprach:„Ich ſchätze mich unendlich glück⸗ lich, meine Auguſte, Dir hier das Beſte zuführen zu können, was ich Dir zu bieten habe: eine Freundin, die würdig iſt, in Deinem Herzen einen Platz zunächſt dem
7
——
= eSSͤe Sͤ—————. ,,———
———-—--»-
—
—


