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Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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411 erreicht hatte, mußte ſie zugleich mit ihren beiden Reiſe⸗ gefährten in ein herzliches Gelächter ausbrechen, denn eine große gewölbte Ehrenpforte erinnerte alle drei an die Schwibbögen des Poſtinſpektors bei der Ankunft des Erben. In der beſten Laune ſetzten ſie den Weg fort; aber in der Mitte der Allee, wo man den ganzen Hof mit dem darauf befindlichen Perſonale vollkommen über⸗ ſehen konnte, rief Auguſte ängſtlich:Um Gotteswillen! was denkſt Du, Conſtantin? und faßte ihn heftig am

Rockſchoß, als ſie ihn im Begriff ſah, aus dem Wagen

zu ſpringen, während dieſer mit der größten Schnellig⸗ keit fuhr.Er denkt gar nichts, liebe Auguſte, das iſt gewiß! ſagte der Rittmeiſter und rief dem Kutſcher zu: ſo hör' doch! um's Himmelswillen, der Lieutenant will aus dem Wagen! Mit einem Sprung ſtand dieſer auf dem Boden und ſchoß wie ein Pfeil dahin. Die Urſache dieſer Eile war, daß der Lieuttenant auf dem grünen Platz in der Mitte des Hofes einen Gegenſtand entdeckte, deſſen Anblick es ihm unmöglich machte, länger ſitzen zu blei⸗

ben; und als der Wagen an der großen Pforte hielt,

ſah Auguſte, wie er faſt athemlos zu den Füßen eines ſchwarzgekleideten Mädchens niederſank. Nun wird er vollends ganz toll, ſagte der Ritt⸗

meiſter lachend.Ich glaube, das Herz des Jungen iſt

ein Veſuv, ſieh', in welche Verlegenheit er das arme Kind ſetzt. Auguſtens Blick war unverwandt auf die Unbekannte gerichtet.Wer iſt ſie, Alexander? Ich habe nie ein entzückenderes Weſen geſehen!

Dann haſt Du Dich ſelbſt nie im Spiegel geſehen, Auguſtchen, ſagte der Rittmeiſter,übrigens iſt es Wil⸗ helmine von Stälkrona.Ach, welch ein Glück! liſpelte Auguſte, während ſich die Pforten öffneten und der Wagen auf dem Platze vorfuhr,daß ich ſie nicht vorher geſehen habe, ich würde ſonſt nicht ſo ruhig ge⸗ weſen ſeyn.Pure Beſcheidenheit, meine Auguſte;

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