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Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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11 S.

Rückerinnerungen. Licht und Schatten, Weh und Wohl, Wechſeln auf des Lebens Bahn. Franzén.

Wir wollen indeſſen einen Blick auf die früheren Le⸗ bensſchickſale der Familie werfen.

Der Poſtinſpektor Wilhelm von Spalden war der dritte Sohn des Majors Peter Adrian von Spalden, der das adelige Freigut Ulriksdal beſaß. Die zwei älteren Söhne traten frühzeitig in das Militär, und der jüngſte beſuchte damals noch das Gymnaſium. Während des Feldzugs von 1788 ſtarb der Aelteſte der Brüder in einem Lazareth. Er war immer der Liebling des Vaters geweſen, und der Brief, der dem Alten die Nachricht mittheilte, daß ſein Guſtav nicht den ehrenvollen Tod des Kriegers, ſondern in Folge einer verſchlimmerten Feldkrankheit geſtorben ſey, ward auf eine gewiſſe Art eine doppelte Todespoſt; denn nur wenige Tage überlebte der Vater dieſen Schlag. Die Beſorgung der Vermögensangelegenheiten wurde einemHausfreunde übertragen, der ſie auf eine Art verwaltete, daß den Brü⸗ dern, als ſie mündig wurden, alle Beſorgniß in dieſer Hinſicht erſpart war. Das Beſitzthum wurde verkauft, und von ihrem bedeutenden väterlichen Erbe blieb Jedem nur die Summe von zweitauſend Reichsthalern übrig, um da⸗ mit ſein Glück in der Welt zu verſuchen. Von Kindheit auf hatte die innigſte Freundſchaft die beiden Brüder ver⸗ bunden, ſo weit dies mit ihrem verſchiedenartigen Charakter vereinbar war. Rudolph war heiter, ſanft und freundlich. Bei ſeinem tiefen Gefühl für das Wahre und Gute lag immer die ſtrengſte Redlichkeit ſeinen Handlungen zu Grunde, und er konnte als ein Muſter der Ordnung in ſeinem Pri⸗ vatleben angeſehen werden. Wilhelm war zwar nicht ganz das Gegentheil von ihm; aber ein mürriſcher Ernſt, eine befehlende Herrſchſucht, und ein Egoismus, der ſich auf

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