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Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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10 inſpektor ſtierte in tiefen Gedanken vor ſich hin.Ich begreife das nicht, ſagte er endlich;ſollte wohl Rudolph von meinem Unglück gehört haben? Das iſt nicht wahr⸗ ſcheinlich, und noch weniger, daß er dem die Laſt abneh⸗ men wollte, der... Er ſchwieg. Nach einigen Augen⸗ blicken fuhr er fort:Geld kann das auf alle Fälle kaum ſeyn; drei Loth Gewicht! Er ſchüttelte den Kopf.Wer beſchwert wohl einen Brief mit baar Geld von dieſem Gewicht! Was es auch ſeyn mag, mein Freund, unterbrach ihn Frau von Spalden freundlich,ſo iſt doch ein kleiner Umſtand vorhanden, der uns an der Befriedigung unſerer Neugierde hindert, und der vor Allem ein Gegenſtand der Ueberlegung werden muß. Woher ſollen wir das Geld zur Einlöſung nehmen? Hm, hm! ſagte der Poſtinſpektor, und kratzte mit dem Finger hinter dem Ohre,das iſt ſehr bedenklich. An

den Bürgermeiſter, der früher mein beſter Freund war, will

ich mich durchaus nicht wenden. Laß mich einmal nach⸗ denken, ob nicht irgend ein Anderer mir möglicherweiſe dieſe lumpige Summe vorſtrecken würde.... Ex beſann ſich; aber wer ihm auch aus dem Kreiſe ſeiner alten Bekannten einſtel, immer dachte er zugleich mit Furcht an eine Ver⸗ weigerung; denn es war ihm dies ſo oft geſchehen.

Ich will einen Verſuch machen, ſagte Frau von Spalden entſchloſſen;noch glaube ich einige Freundinnen zu beſitzen, die ſich vielleicht bewegen laſſen dürften. Ge⸗ ſchwind, Auguſte! hole meinen Pelz.

Die Umkleidung der guten Frau war bald im Reinen, und von den beſten Wünſchen ihres Mannes und ihrer Tochter begleitet, trat ſie die unſichere Entdeckungsreiſe nach

alten Freunden an.

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