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dahin,“ verſetzte Mutter Ingierd mit einem leichten Seufzer.—
„Jetzt freilich, das glaub ich; aber als ihr noch Haus und Hof hattet, da hab' ich es geſehen,— auch konnte es euch damals kein Menſch verdenken. Aber ſeit ihr darum gekommen ſeid, und nichts mehr habt, als eure Waldhuͤtte, ſo wollt ihr nicht in der Leute Mund kommen. Ihr wart von jeher eine geſcheidte Frau, Mutter Ingierd, und ſeid deßhalb auch bei Jeder⸗ mann wie ſonſt in Ehren.“
„Mißwachs und ſchlechte Leute waren Schuld an unſerm Unglück, aber wir ſind zufrieden, und leben der Zuverſicht, daß Alles, was der Herr thut, zu unſerm Beſten gereicht,“ verſetzte Mutter Ingierd mit Würde. „Aber du, Wagenmeiſter Swen, brauchteſt gleichwohl nicht ſo hochmüthig zu ſein, und uns daran zu erinnern: denn es iſt nicht ſchön, ſich über anderer Leute Unglück zu freuen.“”“
„Das hab ich auch nicht gethan. Ich redete blos von dem Gaule, und da bin ich ſo zufällig darauf ge⸗ kommen. Ihr müßt das nicht ſo nehmen, Mutter, denn es war nicht böſe gemeint,“ verſicherte der Wahenmeiſter, faſt um Verzeihung bittend.
„Um ſo beſſer für dich; aber was du von dem Pferde geſagt haſt, erſchreckt mich. Möge Gott das arme Thier bewahren, es iſt das einzige, was uns von unſerer frühern Habe geblieben iſt.“
„O, laßt euch dieß nicht anfechten, Mutter,“ trö⸗ ſtete ſie Ivar.„Courier oder nicht— wird er doch wie ein Menſch fahren. Ihr wißt ja ohnehin, daß ich das Fahren verſtehe, und mit Herrſchaften umzugehen weiß— verlaßt euch nur auf mich; es wird ſchon Recht werden!“
Jetzt hörte man wie Vater Chriſtoph mit Pferd und Karren vorfuhr. Bei dem wohlbekannten Wiehern des Schimmels zupfte Ivar ſeine Mutter am Rocke und zog ſie ein wenig bei Seite.—


