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Der Skjutsjunge : ein Roman ; vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwed. übers. von Carl Stein
Entstehung
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Indeſſen machte ſich der unbekümmerte Sohn des Waldes wenig aus all' dieſen Beſchwerden. Ein mun⸗ teres Volkslied vor ſich hin ſummend, bog er mit ge⸗ wandter Hand die verſchlungenen Aeſte aus dem Wege, und wenn der Wind am heftigſten toste, ſetzte er den Finger an die Lippen und beantwortete den Sturm mit ebenſo ſchrillenden Tönen. Manch Mal ſtand der dem Anſchein nach vierzehn bis fünfzehn Jahre alte Knabe ſtill, ſchlang die Arme vertraulich um eine Tanne, und ließ mit augenſcheinlichem, leidenſchaftlichem Entzücken alle Ausbrüche des Sturmes über ſich ergehen. Es ſchien ihm weit weniger Freude zu machen, wenn der Sturm nachlaſſen wollte, als wenn er in kräftigen Stößen ihn umbrauste, und dann ſing er wieder zu pfeifen an, und mehr fliegend als gehend, eilte er den dunkeln Pfad entlang.

Ein heller Mondſtrahl, welcher plötzlich den dunkeln Wolkenſchleier durchbrach, erhellte die bisher in Schatten gehüllten Gegenſtände und zwiſchen zwei Hügeln wurde eine kleine Hütte ſichtbar, aus deren Schornſtein eine mit Funken vermiſchte Rauchwolke emporwirbelte.

Mit freudigem und ſprechendem Kopfnicken begrüßte der Knabe das armſelige Lehmdach und die einfachen Mooswände ſeiner heimiſchen Hütte, welche ſeine Welt und Alles enthielt, was er nach des Tages Muühe und Arbeit im Walde zu ſeinem Glücke und Wohlbehagen bedurfte.

Dicht vor der Hütte machte er Halt; jedoch ſtatt hineinzugehen wandte er ſich längs eines von Weiden geflochtenen Zaunes, bis er ſich vor einer Art von Ge⸗ bände oder eher Schuppen befand, aus welchem ſich bei dem Herannahen ſeiner wohlbekannten Tritte, das helle Gewieher eines Pferdes hören ließ. Ein freudiger Schauer durchzuckte den Knaben, mit einer Hand griff er in ſeine Taſche nach dem Stückchen Brod, welches er ſich am Munde abgeſpart hatte, mit der andern