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über den Eindruck, den ihre Phantaſie⸗Inclination gemacht hätte, und ob ſie den Verluſt bitter beklagte.
„Ach, mein Gott, ich muß mich wohl tröſten!“ antwortete ſie;„er war ja ſchon verlobt. Aber,“ fuhr ſie fort, indem ſie zärtlich das Haupt an die Bruſt ihres Mannes legte,„wäre er auch tauſendmal unverlobt ge⸗ weſen, ſo hätte das dennoch nichts geholfen, denn obgleich er, wie Du, dunkles Haar hat und auch ſchön iſt, ſo iſt er dennoch bei weitem nicht ſo wie Du, und ich fühle, daß ich mich in ihn nicht verliebt haben würde, wie in meinen Ritter.“
„Iſt das auch gewiß?“
„Völlig gewiß!... Aber angenehm war es, daß ich ihn zu ſehen bekam und mich eben ſo gut davon über⸗ zeugen konnte, wie davon, daß, wenn er mich in Weners⸗ borg geſehen hätte, das doch zu gar nichts gedient haben würde.“
„Alſo, meine zärtliche, meine geliebte Blenda! kein Schatten von Schmerz mehr über die verſchwundenen Illuſionen?“
„Nicht einmal eine Ahnung von Schatten... nur ſchicke ich bisweilen einen trüben Gedanken an den armen Baron— ſeine Antwort war ſo edel!“
Jean's Feingefühl erlaubte ihm keine Aeußerung über dieſen Gegenſtand, aber ſein liebevoller Blick ſagte ihr, daß er nicht eiferſüchtig wäre auf das Andenken, das ſie ihm noch immer bewahrte.
* 4*
Zwei Jahre nach Blenda's Hochzeit, und nachdem ſie täglich immer mehr und mehr Gelegenheit gehabt hatte, ihr häusliches Glück zu ſchätzen, welches immer höher und höher unter„Couſin Jean's“ ſchützender Hand aufblühte, vollendeten drei wichtige Ereigniſſe dieſes Gluͤck ſo, daß ſie es nunmehr für unrecht hielt, daſſelbe noch mit einem einzigen Wunſche zu vermehren.


